29. März 2012

DIe Hüterin Midgards

Gebraucht zu werden
ist das, was eine Beziehung
die Jahrhunderte überdauern lässt.



"Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards" von Ivo Pala

Sauerländer

ISBN 978-3-411-80922-6

19,99€

Die noch 16-jährige Svenya Hauk ist obdachlos, seit sie aus dem Waisenhaus geflohen ist, das sich vorher ihr Zuhause nannte. In der Nacht ihres siebzehnten Geburtstages erfährt sie, dass sie in Wahrheit eine unsterbliche Elbenprinzessin ist, dazu auserwählt, einen uralten Kampf zu kämpfen gegen die Wesen der Finsternis. Was sie dafür bekommt? Dankbarkeit, Reichtümer, ein Zuhause inmitten ihres Volkes, die Unsterblichkeit und überirdische Schönheit. Der Preis? Svenya darf niemals fragen, woher sie kommt und wer sie wirklich ist.

Das Buch „Die Hüterin Midgards“ von Ivo Pala ist der erste Band einer geplanten Trilogie und erzählt die Geschichte von Svenya, einer Elbenprinzessin, die ihr Schicksal antreten muss.
Das Buch ist ein Jugendroman, eignet sich allerdings auch für junge Erwachsene und Erwachsene. Es besteht aus 383 Seiten voller Spannung und Fantasie, die in verschiedene „Teile“ unterteilt sind.
Das Cover fällt dem potentiellen Leser sofort ins Auge- die Lichtelbin wirkt fast, als ob sie gleich aus dem Buch steigt. Ihr rotes Gewand, die Krone und das Schwert bringen ihre Anmut und ihre Stärke zum Vorschein, ihr Gesicht spiegelt ihre Gefühle: Entschlossenheit, Mut, der Wille, für das zu kämpfen, dass sie liebt. Im Hintergrund wird mit vagen Umrissen eine Stadt angedeutet, die grünlich bis bläulichen Farben vermischt mit einzelnen Stellen von schwarz lassen sie mysteriös und geheimnisvoll wirken. Insgesamt ist das ganze Cover so gemacht, dass alles ein wenig glänzt, was ich persönlich sehr mag, da es das Ganze noch mehr nach Fantasy aussehen lässt.
Die Story, gut versus böse, die im Geheimen aufgewachsene Prinzessin, die zur Retterin ihres am Abgrund stehenden Volkes wird, ist vielleicht nicht neu. Aber es kommt auf die Umsetzung an. Eine durchweg spannende Geschichte mit neuen, tollen Einfällen zeichnet dieses Buch aus. Besonders gefallen haben mir die technisierten, „modernen“ Elben, die mal nicht mit spitzen Ohren und langen Haaren durch den Wald reiten, sondern auch in der Neuzeit der Technik angekommen sind – Maschinengewehre, Pistolen, Strom, Türen mit Stimmsensoren und, und, und. Auch den Bezug zur Realität finde ich sehr gut und die Idee, die Elbenwelt unter die Stadt Dresden zu platzieren, als unterirdischen Stützpunkt, der die Menschenwelt vor der Dunkelheit schützen soll.
Die Protagonistin Svenya ist zu Anfang des Buches eigentlich die typische Anti-Heldin. Sie lebt auf der Straße, schläft im Dreck, ist arm und weiß mit ihrem Leben nichts anzufangen. Ihre Entwicklung zur „Vollzeit-Heldin“ war super spannend mitzuerleben. Je länger man Svenya kennt, desto sympathischer wird sie. Ihre Ausbildung, das Entdecken der Elbenwelt und das Schließen erster Freundschaften zu verfolgen hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht. Doch neben Svenya haben mich auch einige der Nebencharaktere schwer begeistert. So werde ich Raik, Yrr und Lau'Ley ebenfalls nicht vergessen. Ivo Palas Charaktere bestechen alle durch ihre individuellen Reize.
Der Autor hat eine sehr unbeschwerte Art zu schreiben. Schon auf den ersten Seiten konnte mich der Autor für die Geschichte begeistern. Die Sprache ist immer auf die Situationen abgestimmt. So reden Charaktere aus Elbenthal sehr geschwollen und königlich, Svenya und Personen aus der Menschenwelt dagegen eher grob und geradeheraus. Am besten getroffen hat es Ivo Pala allerdings mit seinem Humor. Die doch teilweise bedrückende oder düstere Geschichte wird immer wieder durch humorvolle Dialoge aufgelockert, die des Öfteren zu einem Lacher geführt haben.
„Das ist besonders diffizile Magie“, sagte Raik. „Wieso?“, fragte Svenya unbeeindruckt. „Die Türen bei Aldi öffnen sich auch ganz von selbst. So etwas nennt man Bewegungssensoren.“
Ivo Pala versteht es hervorragend Spannung aufzubauen. Der Leser erlebt ein ständiges auf und ab der Gefühle. Freude, Angst, Anspannung, Enttäuschung, Erleichterung, Hass und Liebe werden bei dem Roman in einen großen Mixer geworfen und zu einem Kuchen in Buchform gebacken, der einen Angriff auf die Geschmacksnerven ausübt! Und so viel steht fest: Dieser Kuchen schmeckt überwältigend.

Kommentare:

  1. Danke für die tolle Rezension. :)Ich bin jetzt ehrlich gesagt richtig neugierig geworden auf das Buch. Es hört sich auf jeden Fall schon einmal ziemlich vielversprechend an. ;)

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    1. Das freut mich :) Ich kann dir auf jeden Fall versichern, dass es sich lohnt! Viel Spaß beim Lesen! :)

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