28. August 2017

Rezension: Schwanentod

„Das kann ich leider nicht akzeptieren. 
Aus diesem Spiel scheidet man nicht einfach so aus. 
Wenn du nicht mitspielen willst, wird deinem Freund etwas passieren. 
Vielleicht fühlst du dich dann motiviert.“
('Schwanentod' von Corina Bomann, Coppenrath Verlag)


"Schwanentod" von Corina Bomann

Coppenrath

ISBN 978-3-649-61683-2

14,95€

Umfang: 367 Seiten

Bei "Schwanentod" handelt es es sich um den zweiten Teil einer Geschichte von Corina Bomann. Aufgefallen ist mir das aber erst beim Lesen des Prologs, und obwohl ich Krähenmann nicht gelesen habe, bin ich mit diesem zweiten Band gut zurecht gekommen. An der einen oder anderen Stelle war es ein wenig verwirrend, da von Ereignissen die Rede war, die vor Schwanentod stattgefunden haben, doch da immer wieder etwas zu diesen Ereignissen erläutert wurde, war dies kein Problem für mich.

Inhalt:
Clara, eine 17-jährige Schülerin des Elitegymnasiums Rotensand auf Rügen (und Bewohnerin des dortigen Internats), erhält erneut E-Mails von dem sogenannten Ratgeber. Zuletzt hatte sie Kontakt zu ihm, als es eine Mordserie an ihrem eigenen Internat gab, und mithilfe seiner Ratschläge konnte sie den Mörder überführen. Allerdings dachte sie, dass sie danach nie wieder eine dieser Trash-Mails erhalten würde. Doch da hatte sie sich gehörig getäuscht! Der Ratgeber setzt Clara unter Druck und droht ihr damit, ihrem Freund Alex etwas anzutun, sollte sie nicht im neuen Mordfall ermitteln. Bei dem Mordopfer handelt es sich um Sandrine, eine Ballerina, die mit abgeschnittenen Füßen und umgeben von weißen Schwanenfedern in einem Schwimmbecken gefunden wird. Widerwillig beugt Clara sich dem Willen des Ratgebers und fängt an zu ermitteln, wobei allerdings nicht nur sie selbst ins Fadenkreuz des Mörders gerät. 

Cover
Ich persönlich finde das Cover des Buches sehr gelungen. Die schwarze Silhouette der Ballerina vor dem dunkelroten Hintergrund wirkt düster und bedrohlich, und liefert gleichzeitig schon Hinweise zum Inhalt. Zusätzlich zu dem Titel Schwanentod ist dem Leser mithilfe des Covers schon vor dem Lesen klar, dass das Ballett Schwanensee eine Rolle spielen muss.

Schreibsti:
Schwanentod ist das erste Buch, das ich von Corina Bomann lese, und ich muss sagen, dass mir ihr Schreibstil zusagt. Sie schafft es immer wieder Spannung aufzubauen und macht die ganze Geschichte gerade dadurch interessant, dass sie zwischendurch einige Kapitel aus der Sicht des Mörders einbaut. Dadurch bekommen wir als Leser Einblick in die Gefühlswelt einer Person, die ich als eiskalt und sogar verrückt einstufen würde, was dem Ganzen wirklich noch eine zusätzliche Portion Spannung beifügt.

Charaktere:
Clara ist eine klasse Protagonistin. Durch die Ich-Perspektive, in der Corina Bomann in den Kapiteln, in denen es um Clara geht, schreibt, werden ihre Gedanken und Gefühle sehr gut dargestellt, sodass Ich als Leser Claras Gedankengänge und Handlungen immer nachvollziehen konnte. Außerdem konnte ich sofort Sympathie und auch Mitleid für sie empfinden, da man beispielsweise direkt zu Beginn vom Tod ihrer Eltern erfährt. 
Meiner Meinung nach ist Clara die einzige Protagonistin. Neben ihr gibt es viele Nebencharaktere. Der wichtigste unter ihnen wäre für mich der Mörder, da wir wie gesagt immer wieder kurze Kapitel aus seiner Sicht vorgelegt bekommen. Das hilft nicht nur beim "kennenlernen" des Mörders, sondern auch bei den eigenen Vermutungen, um wen es sich dabei handeln könnte. Wirklich bewundernswert fand ich, dass - obwohl wir einen Teil der Geschichte aus der Sicht des Mörders erzählt bekommen - es bis kurz vor dem Ende offen bleibt, um wen genau es sich dabei handelt. 
Desweiteren gibt es den Ratgeber. Über ihn erfahren wir nicht viel und aus seinen E-Mails wird weder Clara noch der Leser schlau. Genaueres möchte ich zu seinem Charakter nicht sagen, da ich Angst habe, zu viel zu verraten.
Im Internat gibt es wichtige und weniger wichtige Nebencharaktere. Nennen möchte ich an dieser Stelle nur Alex und Olga. Alex ist seit kurzem Claras Freund, der sie bei allem unterstützt und den sie als einzigen einweiht. Dadurch gerät er, wie der Klappentext des Buches schon verrät, selbst in Lebensgefahr. Olga ist eine ältere Schülerin des Gymnasiums, die die gleiche Ballettschule besucht wie das Opfer Sandrine. Clara hängt sich an sie dran und begleitet sie mehrere Male zur Ballettschule, um mehr über die Ballerinen und den Konkurrenzkampf unter ihnen in Erfahrung zu bringen. Sowohl Alex als auch Olga spielen wichtige Rollen, und beide Charaktere gefallen mir in ihrer Darstellung. 
Kommissar Dräger bildet hier das Schlusslicht. Über ihn lässt sich (ohne zu spoilern) nicht viel sagen, außer dass er immer wieder versucht, Clara zu unterstützen und ihr Vertrauen zu gewinnen, was ihn von vornherein sehr sympathisch macht. 

Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, dass mir Schwanentod gut gefallen hat. Es hat mich nicht "vom Hocker gerissen", aber trotzdem war es zu keinem Zeitpunkt langweilig, sodass es sich sehr gut in kurzer Zeit lesen ließ. Es ist ein gelungener Jugendthriller, bei dem es sich - gemeinsam mit seinem Vorgänger denke ich - lohnt gelesen zu werden. 

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Abschließend möchte ich mich herzlichst beim Coppenrath Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken! 

Viele Grüße,
Eure Anna 

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