21. Oktober 2017

Rezension: Neongrüne Angst

"Du hättest zur Brücke kommen sollen heute Nacht, Johanna. 
Dann wäre das alles nicht passiert. All diese unschuldigen Opfer - ein Jammer! 
Aber wir können es ja noch einmal versuchen ... Johanna!"
("Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf, FJB)





"Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf

FJB 

ISBN 978-3-596-19587-9

9,99€

Umfang: 410 Seiten

Inhalt
Johanna Fischer wird bedroht. Ein Unbekannter ruft sie immer wieder an, stellt ihr Aufgaben. Er verlangt, dass sie sich an seine Anweisungen hält und droht damit, dass - sollte sie dies nicht tun - Unschuldigen etwas zustoßen wird. Immer riskanter werden die Aufträge des "Verehrers". Johanna gerät immer tiefer in eine Spirale aus Angst, Misstrauen, Paranoia und Einsamkeit. Nicht einmal ihrem Freund Leon kann sie ihr Vertrauen schenken. Jeder ist verdächtig. Jeder könnte es auf sie abgesehen haben.

Cover:
Das Cover ist durch die neongrüne Farbe sehr auffällig - und auch passend. Die Protagonistin Johanna fühlt sich durchgehend beobachtet, und die wie grüne Neonlampen aussehende Schrift schafft bereits ein Gefühl der Furcht. 

Schreibstil:
Mir persönlich hat der Schreibstil von Klaus-Peter Wolf nicht zugesagt. Der Autor wählt für seinen Thriller einen auktorialen - sprich: einen allwissenden - Erzähler. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus Johannas Sicht, doch erhält der Leser immer wieder Einblicke in die Gedanken und Gefühle anderer Charaktere, teilweise sogar von Nebencharakteren, die keinerlei Rolle für die Handlung spielen. So erfahren wir zum Beispiel, was jemand über seinen Job oder sein Leben denkt, ohne dass das irgendeine Rolle für die Handlung spielen würde. Das hat mir leider nicht gut gefallen.

Geschichte / Inhalt:
Die Geschichte war schon eher nach meinem Geschmack. Leider baute sich aber für mich keine Spannung auf, da andauernd die Perspektive von Johanna zu Leon zu Kommissar Büscher oder zu seiner Kollegin Schiller gewechselt wird. Schade, denn die Idee hinter dem Thriller hat mir gut gefallen, und auch die Auflösung am Ende war nicht von schlechten Eltern - damit hätte ich nie gerechnet.

Charaktere:
Charaktere gibt es hier endlos viele, allein durch die auktoriale Erzählperspektive. 
Johanna ist sehr wechselhaft, was ich aber auf ihre Situation und ihre Angst zurückführe. Trotzdem lassen sich viele ihrer Entscheidungen nicht nachvollziehen. Das Gleiche gilt allerdings auch für ihren Freund Leon, der doch auf der einen Seite hals über Kopf in Johanna verliebt ist, auf der anderen Seite aber viele Male mit anderen Frauen flirtet. Büscher und Schiller waren in Ordnung, ein bischen klischeehaft guter und böser Bulle, aber sie haben etwas Abwechslung reingebracht und dem Leser Hinweise auf eine mögliche Auflösung gegeben. 

Fazit
Insgesamt bestimmt ein guter Thriller, nur leider nicht mein Geschmack, was aber größtenteils an der Erzählperspektive liegt.

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌘 (25/100)
Inhalt:🌗 (50/100)
Charaktere: 🌗 (50/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Als nächstes muss ich leider einen Roman dazwischen schieben, den ich nicht eingeplant hatte. Für ein Seminar an der Uni muss ich "Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj lesen, und ich habe mich dafür entschieden, das Buch einfach hinterher zu rezensieren.
Dafür müssen die interessanteren Bücher leider etwas warten!

Eure Anna

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