3. April 2018

Rezension: Iskari - Der Sturm naht

Asha lockte den Drachen mit einer Geschichte an.
Es war eine alte Geschichte, älter als die Berge in ihrem Rücken,
und Asha musste sie tief aus ihrem Gedächtnis hervorzerren,
wo sie im Verborgenen schlummerte. Sie wollte es nicht tun.
Solche Geschichten zu erzählen war verboten, gefährlich,
tödlich sogar. 
("Iskari" von Kristen Ciccarelli)


 


"Iskari - Der Sturm naht" von Kristen Ciccarelli
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ISBN 978-3-453-27123-4

16,99€ (Amazon)

Umfang: 416 Seiten

Inhalt
Die Königstochter Asha trägt den Titel Iskari, den Titel der Todbringerin. Sie hat ihn von ihrem Vater erhalten für eine schreckliche, verbotene Tat, begangen in ihrer Kindheit, die viele Menschen das Leben gekostet hat. Als Iskari zieht sie aus, um Drachen zu jagen, zu töten und dem König ihre Köpfe zu bringen. Damit will sie ihre Schandtat wieder gut machen und die Menschen beschützen. Doch die Drachen sind nicht ihre größte Sorge: Der Kommandant des Königs, Jarek, wurde mit ihr verlobt und soll in sieben Tagen ihr Mann werden. Nichts wünscht sich Asha mehr, als das zu verhindern, denn Jarek ist getrieben von Gewalt und Gier nach Macht. Eine Woche vor dem Tag der Hochzeit bietet Ashas Vater ihr einen Ausweg: Er kann die Verlobung lösen, wenn die Iskari den mächtigsten der Drachen tötet. Die Aufgabe erscheint unmöglich und schreit förmlich nach Ashas Tod, als sie unerwartet Unterstützung erhält. Ein Sklave, dem es sogar verboten ist sie anzusehen, bietet ihr seine Hilfe an. Der Name des Sklaven lautet Torwin, und er ist der Sklave von Jarek ...

Cover
Das Cover von Iskari ist wahnsinnig schön gestaltet worden. Das ist natürlich eine Frage des Geschmacks, aber ich halte das Cover für ein gelungenes Buchcover. Die Verbindung von Schwarz, Silber und Gold wirkt geheimnisvoll, aber auch majestätisch, was sehr gut zur Protagonistin Asha passt. Worüber sich streiten ließe ist, dass eine Art Klinge, ein Messer oder Dolch auf dem Cover abgebildet ist, wo doch eine Axt die bevorzugte Waffe der Iskari ist und sie - wenn sie nicht die Axt nimmt - mit sichelförmigen Klingen kämpft. Aber darüber sehe ich hinweg, da mir die Gesamterscheinung des Covers so gut gefällt. 

Schreibstil
Iskari ist das erste Buch, das ich von Kristen Ciccarelli gelesen habe, weswegen ich ganz unvoreingenommen ans Lesen herangehen konnte. Mir hat ihr Schreibstil insgesamt gut gefallen. In manchen Kapiteln wird nicht die Handlung des Romans fortgeführt, denn stattdessen werden einzelne kurze Geschichten erzählt, wie sie im Königreich von Ashas Vater verboten sind. Gerade mit diesen Geschichten harmonierte Ciccarellis Schreibstil sehr sehr gut. 

Geschichte / Inhalt:
Nach den ersten zwei bis drei Kapiteln war ich etwas skeptisch. Ich tat mich schwer damit, mich in die Geschichte, in die Welt von Asha hineinzulesen und somit brauchte ich etwas Zeit, um mich an die Charaktere und alles zu gewöhnen. Aber nach den ersten Kapiteln änderte sich das: Ich fand in die Geschichte rein und war sehr angetan davon. Der orientalische Anteil daran war etwas Neues für mich und hat mir gut gefallen. 
Sehr angetan war ich vom Ende des Romans, das einige Wendungen und Überraschungen mit sich bringt, die man vorher nicht erwartet!

Charaktere
Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen. 
Asha, die Königstochter, die Iskari, die Todbringerin. Sie hat in ihrer Kindheit einen Fehler gemacht und bezahlt für den Rest ihres Lebens damit. Wirklich fasziniert hat mich, wie sie mit ihrem Schicksal umgeht, es akzeptiert. Was sie nicht akzeptiert, ist die Heirat mit Jarek. Es gefällt mir, wie Asha sich ihrem Verlobten immer wieder widersetzt, wie sie ihn in Gedanken verflucht, aber trotzdem Angst und somit einen gewissen Respekt vor ihm hat. Wenn sie Drachen jagt, dann ist sie eine völlig andere, als im Palast, und zwar ist sie dann sie selbst: stark, mutig, ein bisschen waghalsig, tapfer und bereit, alles zu geben, um die Ihren zu schützen. 
Ashas Verlobter, Jarek, ist der klassische Unsympath, und zwar von Anfang an. Er ist aufdringlich, neigt zu Gewalt, giert nach der Macht des Königs und danach, Asha gefügig zu machen und sie in sein Bett zu bekommen. Die Autorin hat ihr Ziel mit diesem Charakter erreicht: Ich habe ihn definitiv NICHT gemocht.
Ashas Bruder, Dax, ist ein Chaot, das wird schnell deutlich. Trotzdem habe ich ihn schnell lieb gewonnen, denn er ist - neben ihrem Vater und ihrer Cousine - der einzige, der sich nett und liebevoll gegenüber Asha verhält. Seine Ziele und Gedanken sind für den Leser nicht sonderlich ersichtlich, lichten sich aber im Laufe des Romans, was dafür gesorgt hat, dass ich Dax nur umso mehr mochte. 
Zuletzt möchte ich kurz auf Torwin, Jareks Sklaven, eingehen. Ich denke, dass er derjenige in diesem Roman ist, der den größten Mut aufbringt. Seinem Herren gegenüber zeigt er keinerlei Loyalität. Stattdessen hält er zur Iskari, hilft ihr, obwohl er damit sein Leben mehr als ein Mal aufs Spiel setzt. Doch das ist ihm egal, und im weiteren Verlauf des Romans erfahren wir auch, weshalb. 

Fazit
Kristen Ciccarellis Iskari - Der Sturm naht ist ein gelungener und spannender Roman. Es hat mir große Freude bereitet, ihn zu lesen, und ich kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. 

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Das zweite Rezensionsexemplar, das mir von MUKK (Münster) ausgeliehen wurde, nämlich "Fire&Frost" von Elly Blake, muss noch etwas warten. Aktuell lese ich "Harry Potter und das verwunschene Kind", außerdem habe ich von Martin Schörle ein Exemplar seiner beiden Theaterstücke "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" zugesandt bekommen, welches ich natürlich auch als nächstes lesen werde. Meine Weihnachtsgeschenke werden also noch etwas warten müssen! 

Eure Anna :-)

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