15. Februar 2019

Rezension: A Court of Mist and Fury


"A Court of Mist and Fury" von Sarah J. Maas

Bloomsbury

ISBN 978-1-4088-5788-5

Preis: 8,39€ (Taschenbuch)

Umfang: 624 (Englische Taschenbuchausgabe)

ACHTUNG! ES HANDELT SICH UM BAND 2 DER REIHE! SPOILER GEFAHR!

Inhalt:
Feyre hat es geschafft, ihren geliebten High Lord des Frühlingshofes, Tamlin, unter dem Berg zu retten. Gemeinsam kehren sie an seinen Hof zurück. Doch beide sind von den vergangenen Ereignissen geprägt - Tamlin versucht alles, um Feyre zu beschützen und geht sogar so weit, dass er sie gegen ihren Willen im Haus einsperrt, wohingegen Feyre ihren Albträumen nicht entkommen kann und es nicht aushält, tatenlos herum zu sitzen. Immer mehr bekommt Feyre das Gefühl, von Tamlins Beschützerinstinkt erdrückt zu werden. Bis Rhysand vom Hof der Nacht auftaucht und Feyres Teil ihres Handels einfordert: Ihre Anwesenheit am Hof der Nacht, für eine Woche pro Monat. Und so beginnt für Feyre am gefürchteten Hof der Albträume eine Reise, wie sie sie nicht erwartet hätte.

Cover:
Wie ich bereits in meiner Rezension zu A Court of Thorns and Roses (Bd.1) geschrieben habe, finde ich die Farbe des englischen Covers etwas zu dominant. Besser gefällt mir auch bei Band 2 das Cover der deutschen Ausgabe.

Schreibstil:
Meine Meinung zu Sarah J. Maas' Schreibstil wird sich nicht mehr ändern, immerhin gehört sie mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren - mitunter wegen ihres Schreibstils. Erneut hat sie es geschafft, mich mit ihren Worten in ihren Bann zu ziehen, sodass ich A Court of Mist and Fury nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Geschichte:
Die Geschichte nimmt einen ganz anderen Verlauf, als ich es erwartet hatte. Anfangs war ich nicht sehr angetan von dem Gedanken, dass Feyre anfängt, sich bei Rhysand wohler zu fühlen als bei Tamlin. Doch Tamlins Beschützerinstinkt nimmt immer größere Ausmaße an, wodurch Feyre sich eingeengt fühlt. Als er sie mit seiner Macht im Haus einsperrt und dort zurück lässt, kommt Rhysand ihr zur Hilfe und bringt sie - wie schon einige Male zuvor - an seinen Hof. Nach diesem Erlebnis beschließt Feyre, am Hof der Nacht bei Rhysand zu bleiben und vorerst nicht zu Tamlin zurück zu gehen. Je mehr Zeit vergeht, desto entschlossener wird sie, nie wieder an den Frühlingshof zurückzukehren. Sie lernt neben Rhysands Cousine auch noch weitere Mitglieder seines Hofes kennen und muss feststellen, dass der High Lord des Hofs der Nacht keineswegs so grausam ist, wie man sich erzählt. Schnell lernt Feyre, Rhysand und seinem Hof zu vertrauen und schließt sich Ihnen im Kampf gegen die Gefahr aus Hybern an.

Charaktere:
Bei den Charakteren tut sich in A Court of Mist and Fury recht viel.
Auf der einen Seite haben wir Tamlin, den wir in Band 1 der Reihe lieben gelernt haben. Doch nachdem Feyre sie alle gerettet hat, verändert er sich sehr zum negativen, sodass man als Leser schnell den dunklen Rhysand sympathischer findet und von TeamTamlin zu TeamRhysand wechselt.
Feyre hat sich ebenfalls sehr verändert, allerdings zum positiven meiner Meinung nach. Sie lässt sich nicht mehr sagen, was sie tun soll, und ist nicht mehr nur damit zufrieden, im Haus zu sitzen und zu malen. Sie will handeln, will wieder gut machen, was sie unter dem Berg zu tun gezwungen war. Dass sie damit bei Rhysand besser aufgehoben ist, habe ich schnell eingesehen.
Dadurch, dass Feyre an den Hof der Nacht geht, lernen wir viele neue Charaktere kennen. Neben Mor lernen wir Cassian, Azriel und Amren kennen, alles Mitglieder des Inneren Kreises von Rhys Hof. Und wir lernen sie alle zu lieben! Denn jeder von ihnen bringt andere Facetten mit und selbst die düstere Amren hat es geschafft, dass ich sie nicht mehr missen möchte!

Fazit:
Alles in allem wieder einmal super gelungen! Die vielen Veränderungen kommen überraschend und hart, passen aber super in das Gesamtbild der Reihe und machen Lust auf mehr. Vor allem das offene Ende lässt die Vorfreude auf Band 3 ins Unendliche wachsen!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Geschichte: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

5. Februar 2019

Rezension: Wolfsthron





"Wolfsthron" von Leo Carew

Goldmann

ISBN 978-3-442-48735-6

Preis: 14,00€

Umfang: ca. 570 Seiten

Inhalt:
Das Land Albion wird vom Fluss Abus gespalten, der das Reich Süddal vom Schwarzen Königreich trennt. Der empfindliche Frieden, der bisher geherrscht hat, zerbricht, als das Heer aus dem Süden den Abus überquert und in das wilde Land der Anakim, das schwarze Königreich, eindringt. Roper, Sohn des Hauses Silberner Wolf und Thronerbe des Nordens, ist noch jung, als der das Kommando über die Legionen übernehmen und in die Schlacht gegen die Heerscharen des Südens ziehen muss, eine Schlacht, die über die Zukunft der Anakim, die Zukunft der Menschen aus Süddal und über ganz Albion entscheiden wird.

Cover:
Das Cover von Wolfsthron hat mich in dem Moment überzeugt, in dem ich es aus der Verpackung, in der es bei mir angekommen ist, gezogen habe. Die Kombination des schwarzen Hintergrundes und des silbern hervorstehenden Wolfskopfes wirkt sehr eindrucksvoll, und da der Wolfskopf einen leichten 3D-Effekt hat, erweckt das Cover des Romans einen hochqualitativen Eindruck.

Schreibstil:
Ein neuer Autor auf meiner Liste, und wieder einer, der mich von sich überzeugen konnte. Leo Carews Schreibstil passt wahnsinnig gut zu dem Inhalt des Romans und kommt qualitativ an viele andere Autoren heran. Das Lesen von Wolfsthron hat mir sehr viel Spaß bereitet, vor allem aufgrund des tollen Schreibstils des Autors.
Geschrieben ist die Geschichte aus unterschiedlichen Sichten, sodass wir von vielen verschiedenen Seiten Einblick erhalten.

Geschichte:
Bereits der Klappentext hat mich mit seinen Ähnlichkeiten zu Game of Thrones in seinen Bann gezogen. Doch die Geschichte konnte noch weiter überzeugen. Zwar kommt sie an ein Game of Thrones nicht heran, doch bietet sie eine neue Welt voller neuer Völker, die in ihren Bann zieht.
Roper erhält das Kommando über die Legionen des Hindrunn, der Hauptstadt der Anakim, nachdem sein Vater auf dem Schlachtfeld gegen die Heerscharen Süddals fällt. Er sieht sich allerdings nicht nur dem Feind aus dem Süden angeführt von dem Emporkömmling Bellamus entgegen, sondern auch Feinden aus den eigenen Reihen, die ihn nicht auf dem Thron des Nordens sehen wollen. Es beginnt ein Kampf an mehreren Fronten, und der junge Roper muss alte und neue Gefolgsleute und Vertraute um sich scharen, um seinem Thronanspruch gerecht zu werden und die Schlacht gegen den Süden zu gewinnen.

Charaktere:
Wolfsthron beinhaltet viele neue Charaktere, die sofort Eindruck beim Leser hinterlassen. Obwohl der Roman aus unterschiedlichen Sichten geschrieben ist, mangelt es keinem der Charaktere an Tiefe, sodass die Frage, bei wem es sich um einen Protagonisten handelt, nicht so leicht zu beantworten ist. Mit Roper, Bellamus und Uvoren (Ropers Widersacher) haben wir drei starke Führungspersönlichkeiten, von denen jeder seine eigenen Schlachten zu schlagen hat. Ropers Unterstützer, deren Namen ich an dieser Stelle nicht verraten werde, sind mir mit der Zeit allesamt ans Herz gewachsen, und für Uvorens Anhänger entwickelte ich, wie vermutlich vom Autoren geplant, schnell eine Abneigung. Bellamus hingegen, der eigentlich den größten Feind Ropers darstellt, hat durch sein Vorgehen und seine Handlungen meine Zuneigung gewonnen.

Fazit:
Insgesamt bin ich sehr gespannt, wie es im nächsten Teil von Wolfsthron mit den Charakteren und dem Schicksal Albions weitergeht. Mit diesem Roman ist Leo Carew ein wahnsinnig gelungener Auftakt einer neuen fantastischen Reihe gelungen!

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

Abschließend möchte ich mich noch einmal bei der Randomhouse Verlagsgruppe für dieses Rezensionsexemplar bedanken. Damit wurden mir einige tolle Lesestunden bescherrt.


7. Januar 2019

Rezension: Wir können alles sein


"Wir können alles sein" von Johanna Kramer

ISBN 9781724192806

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Umfang: ca.271 Seiten

Inhalt:
Carolina und Brida trennen zwanzig Jahre, doch als sie sich kennenlernen, ändert ihr Altersunterschied nichts an der Tatsache, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Die achtundzwanzig Jahre alte Carolina erkennt vom ersten Augenblick an, was sie beide verbindet. Doch Brida tut sich schwer damit, sich einzugestehen, dass es zwischen ihnen Gefühle geben könnte. Nicht nur Bridas Angst vor dieser Beziehung hindert Carolina und sie am zusammen kommen, auch ihr Mann steht zwischen ihnen. Wie können die beiden Frauen, die beide in einer Beziehung und Ehe stecken, ihren eigenen Weg gehen und der Welt zeigen, dass sie sich lieben?

Cover:
Das Cover von Wir können alles sein ist wahnsinnig gut gelungen! Im Hintergrund sind die Wellen des rauen Meeres zu erkennen, davor, nur schemenhaft angedeutet, die Köpfe zweier Frauen, die in entgegengesetzte Richtungen sehen, die eine hat den Kopf erhoben, die andere ihren Blick gesenkt. Und darüber wurde der Titel des Romans gesetzt, in einem sehr stimmig wirkenden Farbkontrast. Wenn man das Buch gelesen hat, erkennt man, wie treffend das Cover zum Inhalt des Romans passt.

Schreibstil:
Johanna Kramers Schreibstil ist wirklich gut. Der Roman lässt sich sehr flüssig lesen und inhaltlich lässt sich alles verstehen und nachvollziehen.

Geschichte:
In Wir können alles sein lesen wir eine sehr tiefgründige Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, die beide mit ihrem jeweiligen Mann zusammen sind, und trotzdem Gefühle füreinander entwickeln. Damit behandelt Johanna Kramer ein Thema, das (leider) für viele heutzutage immer noch ein Tabuthema ist: Die Liebe zwischen zwei Frauen. Doch die Autorin geht das Thema sehr direkt und offen an, und präsentiert jede noch so detaillierte Seite davon. Die Schwierigkeiten fangen bereits damit an, dass sowohl Carolina als auch Brida, genannt Bri, bisher in einer Beziehung mit einem männlichen Partner gelebt haben. Es handelt sich also nicht um zwei single Frauen, die sich ineinander verlieben, nein, es handelt sich um Frauen, die zum ersten Mal feststellen, dass sie homosexuelle Gefühle für jemanden haben können, obwohl sie sich das vorher nie vorstellen konnten. Das erschwert ihnen die Situation natürlich nur noch.
Carolina und Bri gehen mit der Situation sehr unterschiedlich um, was selbstredend zu noch mehr Schwierigkeiten führt. Doch können sie diese überwinden? Können sie zueinander stehen, sich der Meinung der Gesellschaft aussetzen und ihre alten Leben hinter sich lassen?

Charaktere:
Wie bereits gesagt, gehen die beiden Frauen sehr unterschiedlich mit der Situation um, in der sie stecken. Während die jüngere von ihnen, Carolina, bereits im ersten Augenblick die Verbindung zwischen sich und der zwanzig Jahre älteren Brida erkennt und auf ihre Gefühle lauscht, will Bri sich hingegen anfangs ihre eigenen Gefühle für die andere Frau nicht eingestehen. Sie hält es anfangs für eine sehr innige Freundschaft, bis Carolina ihr ihre Gefühle offenbart. Doch trotzdem ist Bri in der schwierigeren Situation: Sie hat nicht nur einen Ehemann, der sagt, er könne und wolle ohne sie nicht mehr leben, sie hat auch Kinder aus dieser Ehe. Das und die Tatsache, dass ein großer Altersunterschied zwischen ihr und Carolina liegt, sorgt dafür, dass sie ihre Gefühle zu unterdrücken versucht.
Ob und wie die beiden Frauen sich ihren Gefühlen hingeben, müsst ihr allerdings selbst lesen!

Fazit:
Wir können alles sein von Johanna Kramer ist ein sehr bewegender Roman, nicht nur aufgrund der Thematik, sondern auch aufgrund des einnehmenden Schreibstils der Autorin und der wirklich authentisch wirkenden Charaktere. Sehr sensibel und feinfühlig, aber gleichzeitig auch sehr direkt und offen geht die Autorin ein doch etwas schwieriges Thema an, und das bewundere ich. Das Ende des Romans passt ausgesprochen gut zum Rest des Buches und lässt alles, was geschieht, sehr stimmig wirken. Eine klare Leseempfehlung!

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖-🌕 (75-100/100)