7. November 2017

Rezension: Die Mühle

Nichts funkelt verräterischer,
nichts bringt uns mehr in Gefahr,
als unseren Erinnerungen zu vertrauen.
("Die Mühle" von Elisabeth Herrmann, cbt)





"Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

cbt 

ISBN 978-3-570-16423-5

17,99€

Umfang: 442 Seiten

Inhalt
Jahre nachdem Lana die coole Clique, genannt The Court, das letzte Mal in der Schule gesehen hat, kommt sie durch einen verrückten Zufall an eine Einladung zu einem Kurztripp mit der ehemals so angesagten und beliebten Clique. Deren Mitglieder - Siri, Franziska, Joshua, Stephan, Cattie und Tom - sind wenig begeistert von ihrem Auftauchen in dem Hotel in Karlsbad, akzeptieren ihre Anwesenheit aber. Nach einer Übernachtung im Grandhotel geht es am nächsten Tag auf einen von dem unbekannten Wohltäter (welcher für ihren Aufenthalt zahlt) geplanten Ausflug zu einem Picknick in den Bergen. Aufgrund eines - wie es scheint zufälligen - Zwischenfalls findet sich die Gruppe um Lana alleine und ohne Kontakt zur Außenwelt in einer alten Mühle in den Bergen wieder. Damit beginnt ein Abenteuer, wie Lana es niemals hätte erwarten können. Schnell wird ihr klar, dass hinter den arroganten Masken der anderen etwas Düsteres steckt. Doch viel wichtiger ist: Wer steckt hinter der Einladung? Wer hat sich diese Spielefür die Gruppe ausgedacht? Und wer hinterlässt ihnen all die seltsamen Botschaften? Als der erste aus der Gruppe spurlos verschwindet, bricht die Panik aus.

Cover
Das Cover zeigt eine alte Mühle und Raben, und wirkt dabei sehr düster und geheimnisvoll. 

Schreibstil:
Ich habe bisher noch nichts von Elisabeth Herrmann gelesen, doch das wird sich ab jetzt ändern. Ihr Schreibstill ist einfach nur toll. Sie hat eine sehr fesselnde Art Spannung aufzubauen, sodass ich diesen Thriller kaum aus den Händen legen konnte!

Geschichte / Inhalt:
Lanas Abenteuer, oder besser: ihr Horrortrip, hat mir von Anfang an gefallen. Nicht nur der Protagonistin, sondern auch dem Leser wird schnell klar, dass die Clique ein düsteres Geheimnis hat, welches für die schrecklichen Dinge verantwortlich ist, die passieren. Obwohl es absehbar scheint, dass Die Mühle ein Final-Destination-Szenario sein muss, in dem einer nach dem anderen stirbt, hält sich die Spannung aufrecht und der Autorin gelingt es immer wieder, etwas Unerwartetes geschehen zu lassen. Ich möchte nicht zu viel verraten, deswegen halte ich mich zurück. Ich kann nur so viel sagen: Die Geschichte von Elisabeth Herrmann ist absolut spannend, fesselnd, mitreißend und lässt einen nicht mehr los!

Charaktere
Charaktere haben wir einige. Lana als Protagonistin gerät durch einen Zufall in dieses Abenteuer mit rein, unter anderem auch weil sie ihre Neugier nicht zügeln kann. Als es ernst wird ist sie ziemlich tough und nimmt vieles selbst in die Hand, was mich sehr fasziniert hat. Ich konnte mich an vielen Stellen mit ihr identifizieren und mich in sie hineinversetzen, was das Ganze noch spannender gemacht hat.
Die Clique besteht aus Siri, Franziska, Cattie, Stephan, Tom, Joshua und Johnny. Johnny lernen wir direkt zu Beginn kennen, und er ist es auch, der Lana seine Einladung zu dem Treffen überlässt. Durch Lanas Begegnung mit ihm wird von Anfang an Lanas Faszination für die Gruppe um Johnny klar. 
Siri, Franziska und Cattie sind der weibliche Teil der Clique. Cattie ist die mutigste von ihnen, Franziska ist als einzige nett zu Lana und Siri gehört zu der Sorte Mädchen, die bei Männern den Beschützerinstinkt wecken. Der männliche Teil der Gruppe, der Teil des "Abenteuers" ist, besteht aus Stephan,Tom und Joshua. 
Sie alle haben einen sehr eigenen, aber dennoch stereotypischen Charakter. Das hat mich aber nicht weiter gestört, da man als Leser selten Charaktere geboten bekommt, die nicht auf irgendeine Art und Weise Stereotypen sind. 

Fazit
Alles in allem ist Die Mühle von Elisabeth Herrmann ein rundum gelungener und packender Thriller. Ich habe ihn innerhalb von 3 Tagen verschlungen. Deswegen kann ich den Roman auch nur weiter empfehlen an alle, die gute Thriller mögen und sich damit abfinden können, wenn das ein oder andere ein bisschen zu absehbar ist. 

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

Weiter geht es mit "Infiziert" von Teri Terry, welches ich dazwischen schieben werde, da es ein weiteres von MUKK ausgeliehenes Rezensionsexemplar ist. Vielen Dank an dieser Stelle an MUKK für die tolle Unterstützung!

Bis Bald, 
Eure Anna

2. November 2017

Oktober: Gelesene Bücher

Hallo ihr Liebe! 

Heute präsentiere ich euch noch einmal einen Überblick über meine im Oktober gelesenen Bücher: 

"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" von Kathrin Lange,
"Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout,
"Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf und
"Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj. 

Das Highlight des Monats war definitiv und unangefochten "Morgen lieb ich dich für immer". Das hätte ich nie vermutet, denn reine Liebesgeschichten sind für gewöhnlich nicht so mein Ding, aber dieser Roman von Jennifer L. Armentrout hat mich vom Hocker gerissen! Ich habe geweint, gelacht, geschmunzelt, die Stirn gerunzelt, und, und, und. 
An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Bücherabteilung von MUKK für das Ausleihen der Rezensionsexemplare. Ohne euch hätte ich "Morgen lieb ich dich für immer" niemals gelesen! Also danke! :-) 

Ich hoffe, dass euch der Monat Oktober hier gefallen hat! In Zukunft habe ich vor, auch hier etwas aktiver zu werden. Wer meinen Instagram Account kennt, weiß, dass ich dort sehr aktiv bin und beinahe jeden Tag etwas poste. Wer mich dort also noch nicht kennt - Kommt vorbei! Meinen Account-Namen findet ihr rechts (→).
Ich freue mich auf euch :-)

 
Viele Grüße,
Eure Anna

 

29. Oktober 2017

Rezension: Der Duft von bitteren Orangen

Sei tapfer.
Sei ein Mensch, mein Kind. 
("Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj, blanvalet)





"Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj

blanvalet

ISBN 978-3-7341-0046-8

9,99€

Umfang: 436 Seiten

Inhalt: 
Der Junge Salim und seine Familie müssen aus ihrem Heimatsort Jaffa fliehen, als 1948 der Israelische Unabhängigkeitskrieg ausbricht. Sie müssen ihr Haus und ihre Orangenplantage verlassen, gerade dann, als Salim endlich das erste Mal die Orangen des Baums ernten darf, der zu seiner Geburt eingepflanzt wurde. Während er älter wird und sich räumlich immer weiter von seiner Heimat entfernen muss, bleibt in seinem Herzen immer der Wunsch bestehen, irgendwann die Früchte seines Orangenbaumes zu pflücken. 
Zur gleichen Zeit wächst Judith im Kreise ihrer jüdischen Familie in England auf und kämpft darum, von der düsteren Vergangenheit ihrer Familie loszukommen.
Als Salim und Judith sich Jahre später in London kennenlernen, verlieben sie sich ineinander und beginnen ein gemeinsames Leben, welches schwierige Prüfungen überstehen muss aufgrund ihrer unterschiedlichen und verfeindeten Religionen. Kann ihre Liebe dem standhalten?

Cover:
Das Cover zeigt einen Jungen, der unter einem Orangenbaum steht. Es ist farblich in schlichten Orange- und Gelbtönen gehalten und sticht aus der Masse nicht wirklich hervor.

Schreibstil:
Claire Hajajs Schreibstil ist sehr anspruchsvoll, aber voller Gefühle. Das liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass die Autorin viele ihrer eigenen Erfahrungen in ihren Roman einfließen lässt.

Geschichte / Inhalt:
Die Geschichte hat mir am Anfang gut gefallen. Die Jahre der Kindheit von Salim und Judith sind schön geschrieben, sodass ich gerne weiterlesen wollte. Leider hat sich das nicht durch den Roman hindurch so fortgesetzt, sodass gerade die zweite Hälfte sehr lang und zäh erschien. 

Charaktere:
Die Charaktere sind gut beschrieben und durchdacht. Salims und Judiths Gefühle werden für den Leser deutlich und nachvollziehbar dargestellt. Gerade wenn ihre beiden Leben aufeinandertreffen wird es interessant, da immer wieder sichtbar wird, dass jeder von ihnen seiner eigenen Religion nachgeht und für die des anderen nichts übrig hat. Als sie dann zwei Kinder bekommen, färbt sich dies natürlich auf die Erziehung aus. 
Die vielen anderen Charaktere haben mir mal mehr, mal weniger gut gefallen, aber am meisten mochte ich Marcus, den Sohn von Salim und Judith, der sehr unter der Uneinigkeit seiner Eltern leidet und diesem Leben des hin- und hergerissen Seins entfliehen und Tänzer werden möchte. 

Fazit: 
Ich habe dieses Buch gelesen, da ich (morgen) in meinem Seminar "Die Repräsentation des Islams in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur" an der Universität ein Referat darüber halten muss. Und wie das so ist mit Büchern, die man lesen muss: Es hat mir nicht wirklich zugesagt. Das lässt sich für mich gar nicht so richtig fest machen. Ein Grund wäre, dass ich mit einem Jugendroman gerechnet habe, und Der Duft von bitteren Orangen meiner Meinung nach nur für Erwachsene geeignet ist, allein aufgrund des Schreibstils der Autorin. Außerdem hat mir die Thematik nicht zugesagt.
Trotzdem ist der Roman auf seine Weise gelungen, und ich empfehle ihn gerne weiter an alle, die sich für diese Thematik interessieren. Allerdings ist der Roman - wie bereits gesagt - eher für Erwachsene als für Jugendliche geeignet. 

Cover: 🌘 (25/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌗 (50/100)
Charaktere: 🌗 (50/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Da ich meinen SUB von oben nach unten abarbeite, müssen die neu gekauften Romane "Throne of Glass" und "Das Lied der Krähen" leider noch warten, denn als nächstes steht an: "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann. 

Eure Anna