11. September 2017

Rezension: Diabolic - Vom Zorn geküsst

Eine Diabolic ist stark.
Eine Diabolic kennt kein Mitleid.
Eine Diabolic hat eine einzige Aufgabe: 
Töte, um den einen Menschen zu schützen, 
für den du erschaffen wurdest.
("Diabolic - vom Zorn geküsst" von S. J. Kincaid) 






"Diabolic - Vom Zorn geküsst" von S. J. Kincaid

Arena

ISBN 978-3-401-60259-2

18,99€

Umfang: 488 Seiten

Inhalt:
Nemesis ist eine Diabolic. Eine tödliche Waffe in menschlicher Gestalt, deren einziger Daseinsgrund der Schutz einer einzelnen Person ist. Eine Waffe, geschaffen ohne die Fähigkeit, eigene Gefühle zu entwickeln. Sie kann nur einem Menschen gegenüber Liebe empfinden, und das ist Sidonia Impyrean, für die Nemesis ihr Leben geben würde. Doch als Nemesis an Sidonias Stelle an den Kaiserhof geschickt wird, begegnet sie Tyrus, dem Thronfolger des Imperiums, und alles ändert sich.

Cover:
Das Cover von Diabolic finde ich durchaus ansprechend. Zwar sagt es nicht wirklich viel über das Buch an sich aus, doch die metallisch schillernen Farben lassen das Gesicht der Frau schön und geheimnisvoll wirken - was letztendlich wohl auf Nemesis' Rolle passen könnte. Für mich persönlich hat das Cover ausgereicht, um das Buch in meiner Buchhandlung aus dem Regal zu nehmen, zu kaufen und zu lesen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von S. J. Kincaid schafft Hand in Hand mit dem Inhalt von Diabolic ein wirklich schönes Leseerlebnis. Wir erleben die Welt der fernen Zukunft durch die Augen von Nemesis, eine Diabolic, die auf ihrer Reise etwas Bedeutendes über ihr inneres Selbst herausfindet. Kincaid führt uns durch Nemesis' brutale Kindheit und nach einem Zeitsprung durch ihre Jugend und viele neue Erfahrungen, die sie am Kaiserhof macht. Da Diabolics - abgesehen von ihrer Liebe zu der Person, auf die sie geprägt wurden - relativ gefühlskalt sind, ist es unglaublich interessant, wie sich Nemesis' Sicht auf die Dinge äußert und an gewissen Stellen auch verändert. Der Autorin gelingt es ausgesprochen gut, diese doch sehr speziellen Gedanken der Diabolic darzustellen.

Charaktere:
Besonders interessant an diesem Buch finde ich die Charaktere, allen voran natürlich Nemesis. Wie bereits erwähnt führt S. J. Kincaid uns als Leser so gelungen durch ihre Gedankenwelt, dass ich von Anfang an Nemesis' Gedankengänge nachvollziehen und mitfühlen konnte. Gerade ihre große Wandlung hat mir gut gefallen, da insbesondere ihre innere Zerissenheit deutlich wird.
Tyrus hat mich ebenfalls fasziniert. Allerdings traue ich mich nicht, an dieser Stelle noch mehr zu seiner Person zu schreiben, da es mir fernliegt zu viel zu verraten und diejenigen unter Euch, die Diabolic noch nicht gelesen haben und dies vielleicht noch tun wollen, zu spoilern.
Das gleiche gilt für Donia (Sidonia Impyrean). Das Einzige, worauf ich hier eingehen möchte, ist ihre Warmherzigkeit und Herzensgüte, die sie zu einem Charakter machen, den man als Leser von dem ersten Moment an lieben muss.

Fazit:
Während ich Diabolic gelesen habe, fiel es mir nicht leicht, an die ausstehende Rezension zu denken. Das lag daran, dass das Buch mit seinen 488 Seiten sehr lang ist und es an einigen Stellen - zumindest meiner Meinung nach - etwas zäh zu lesen war. Auf den ersten 100 bis 200 Seiten wird viel Neues eingeführt und erklärt, was natürlich auch notwendig ist, wenn es um eine Geschichte in der fernen Zukunft geht. Dennoch hat es bei mir eine ganze Zeit lang gedauert, bis mich das Lesefieber gepackt hat (was allein daran zu sehen ist, wie lange ich zum Lesen gebraucht habe). Das soll aber keineswegs heißen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Mir hat, wie gesagt, vieles sehr sehr gut gefallen, vor allem die Charaktere und auch der Inhalt, weswegen es für mich unmöglich ist festzumachen, woran es letztendlich gelegen hat, dass Diabolic mich zu Anfang nicht in seinen Bann ziehen konnte.
Nach Beenden des Buches muss ich aber sagen, dass es insgesamt gut gelungen ist und S. J. Kincaid eine wirklich schöne und runde Geschichte gestaltet hat. Ich denke aber, dass es ausgesprochen gut als Einzelband herhalten würde, weswegen ich etwas skeptisch gegenüber dem Rest der ausstehenden Trilogie bleibe.

Cover:🌗 (50/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Eure Anna

1. September 2017

Rezension: Roofer

 "Hoch oben auf den Dächern gehört die Stadt dir!
Hier oben bist du absolut frei.
Hier oben kannst du alles verlieren."
(Klappentext, 'Roofer' von Jutta Wilke)


"Roofer" von Jutta Wilke

Coppenrath

ISBN 978-3-649-61509-5

14,95€

Umfang: 251 Seiten

Inhalt:
Alice will eigentlich nichts anderes, als die freie Zeit außerhalb der Schule mit ihrer besten Freundin Nasti genießen. Aber Nasti hat sich Hals über Kopf in Trasher, einen der bekanntesten Roofer der Stadt verliebt, und verbringt ihre Zeit lieber mit der coolen Clique um ihn herum als mit Alice alleine. Um ihrer Freundin nahe sein zu können, schließt sich Alice ihr an und gerät so in die gefährliche Welt der Roofer. Schnell wird ihr klar, dass Trasher, sein Rivale Adrian und der Rest der Clique aus freien Stücken immer und immer wieder ihr Leben riskieren und ein großes Ding nach dem anderen planen. Anfangs kommt sie nur deswegen mit zu den Treffen, weil Nasti es so möchte. Doch als Alice den faszinierenden Nikolas kennenlernt, findet sie ganz von alleine Interesse an der Clique - bis eine gefährliche Mutprobe alles ins Chaos stürzt, mit Alice und ihrer Freundin Nasti mittendrin.

Cover:
Das Cover von Roofer passt perfekt zum Inhalt des Buches. Zu sehen sind die Hochhäuser der Stadt und über ihnen ein Junge, der einer der Hauptcharaktere ist, gut zu erkennen an seinen für ihn bekannten roten Schuhen.

Schreibstil:
Roofer ist nicht der erste Jugendroman, den ich von Jutta Wilke lese, daher bin ich mit ihrem einfach gehaltenen Schreibstil sehr gut vertraut. Dadurch lässt sich das Buch gut lesen und der Autorin gelingt es dennoch mit einfachen Mitteln Spannung aufzubauen.
Der Roman ist - bis auf wenige Ausnahmen - aus der Sicht von Alice geschrieben, wodurch ihre Gefühle gut zum Ausdruck kommen. Die Ausnahmen sind kurze Kapitel, die Jutta Wilke immer wieder einbaut, um eine Situation aus der Sicht von Nikolas zu beschreiben. Gerade am Anfang ist dies interessant, da Alice und Nikolas sich erst etwa bei der Hälfte des Buches kennenlernen, und der Leser so aus zwei Sichten miterleben kann, wie zwei Schicksale zusammen geführt werden.

Charaktere:
Die Charaktere wirken alle ausgesprochen authentisch. Es gelingt Jutta Wilke sehr gut, den Wunsch nach Freiheit und all die anderen Sehnsüchte der verschiedenen Charaktere darzustellen. Ganz besonders das Hin- und Hergerissen-Sein zwischen der Angst, ausgelöst durch die Vernunft, und dem Reiz des Neuen und der Gefahr.
Das wird natürlich gerade bei Alice sehr deutlich. Ihr Kopf sagt ihr immer wieder wie gefährlich und verrückt das Ganze ist, doch die Faszination ist an vielen Stellen zu groß, und selbst in Augenblicken größter Gefahr, in denen selbst die Faszination aussetzt, kann sie nicht wegsehen. Das lässt Alice als Protagonistin menschlich und authentisch wirken.
Mit Nastis Charakter konnte ich mich persönlich nicht anfreunden, aber vielleicht ist es auch genau das, was die Autorin bezweckt. Ihre Art sich Trasher zu unterwerfen, sich klein zu machen, gefällt mir gar nicht, ist aber durchaus realistisch.
Die unterschiedlichen Charaktere der Roofer gefallen mir alle sehr gut. Als Leser glaubt man zu verstehen, was sie fühlen und denken, und warum sie sich immer wieder aufs Neue in Lebensgefahr begeben. Jutta Wilke schafft es, den sogenannten "Kick" sehr glaubwürdig darzustellen.

Fazit:
Insgesamt finde ich, dass Roofer sehr gelungen ist. Es gibt kleine Kritikpunkte, wie zum Beispiel, dass mir die "Romanze" zwischen Alice und Nikolas zu schnell ging. Kaum hatten sie sich kennengelernt wirkten sie schon wie ein Paar. Außerdem hätte sich die Handlung etwas länger aufbauen können. Deswegen glaube ich, dass das ganze Buch insgesamt einfach etwas zu kurz ist mit seinen 251 Seiten.
Nichtsdestotrotz habe ich Roofer förmlich verschlungen! Es hat kaum einen Tag gedauert, da hatte ich den letzten Satz des Epilogs beendet. Trotz der etwas zu kurz gefassten Handlung hat es an Spannung keineswegs gefehlt, weswegen ich Roofer guten Gewissens weiterempfehle!

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Viele Grüße,
Eure Anna


28. August 2017

Rezension: Schwanentod

„Das kann ich leider nicht akzeptieren. 
Aus diesem Spiel scheidet man nicht einfach so aus. 
Wenn du nicht mitspielen willst, wird deinem Freund etwas passieren. 
Vielleicht fühlst du dich dann motiviert.“
('Schwanentod' von Corina Bomann, Coppenrath Verlag)


"Schwanentod" von Corina Bomann

Coppenrath

ISBN 978-3-649-61683-2

14,95€

Umfang: 367 Seiten

Bei "Schwanentod" handelt es es sich um den zweiten Teil einer Geschichte von Corina Bomann. Aufgefallen ist mir das aber erst beim Lesen des Prologs, und obwohl ich Krähenmann nicht gelesen habe, bin ich mit diesem zweiten Band gut zurecht gekommen. An der einen oder anderen Stelle war es ein wenig verwirrend, da von Ereignissen die Rede war, die vor Schwanentod stattgefunden haben, doch da immer wieder etwas zu diesen Ereignissen erläutert wurde, war dies kein Problem für mich.

Inhalt:
Clara, eine 17-jährige Schülerin des Elitegymnasiums Rotensand auf Rügen (und Bewohnerin des dortigen Internats), erhält erneut E-Mails von dem sogenannten Ratgeber. Zuletzt hatte sie Kontakt zu ihm, als es eine Mordserie an ihrem eigenen Internat gab, und mithilfe seiner Ratschläge konnte sie den Mörder überführen. Allerdings dachte sie, dass sie danach nie wieder eine dieser Trash-Mails erhalten würde. Doch da hatte sie sich gehörig getäuscht! Der Ratgeber setzt Clara unter Druck und droht ihr damit, ihrem Freund Alex etwas anzutun, sollte sie nicht im neuen Mordfall ermitteln. Bei dem Mordopfer handelt es sich um Sandrine, eine Ballerina, die mit abgeschnittenen Füßen und umgeben von weißen Schwanenfedern in einem Schwimmbecken gefunden wird. Widerwillig beugt Clara sich dem Willen des Ratgebers und fängt an zu ermitteln, wobei allerdings nicht nur sie selbst ins Fadenkreuz des Mörders gerät. 

Cover: 
Ich persönlich finde das Cover des Buches sehr gelungen. Die schwarze Silhouette der Ballerina vor dem dunkelroten Hintergrund wirkt düster und bedrohlich, und liefert gleichzeitig schon Hinweise zum Inhalt. Zusätzlich zu dem Titel Schwanentod ist dem Leser mithilfe des Covers schon vor dem Lesen klar, dass das Ballett Schwanensee eine Rolle spielen muss.

Schreibsti:
Schwanentod ist das erste Buch, das ich von Corina Bomann lese, und ich muss sagen, dass mir ihr Schreibstil zusagt. Sie schafft es immer wieder Spannung aufzubauen und macht die ganze Geschichte gerade dadurch interessant, dass sie zwischendurch einige Kapitel aus der Sicht des Mörders einbaut. Dadurch bekommen wir als Leser Einblick in die Gefühlswelt einer Person, die ich als eiskalt und sogar verrückt einstufen würde, was dem Ganzen wirklich noch eine zusätzliche Portion Spannung beifügt.

Charaktere:
Clara ist eine klasse Protagonistin. Durch die Ich-Perspektive, in der Corina Bomann in den Kapiteln, in denen es um Clara geht, schreibt, werden ihre Gedanken und Gefühle sehr gut dargestellt, sodass Ich als Leser Claras Gedankengänge und Handlungen immer nachvollziehen konnte. Außerdem konnte ich sofort Sympathie und auch Mitleid für sie empfinden, da man beispielsweise direkt zu Beginn vom Tod ihrer Eltern erfährt. 
Meiner Meinung nach ist Clara die einzige Protagonistin. Neben ihr gibt es viele Nebencharaktere. Der wichtigste unter ihnen wäre für mich der Mörder, da wir wie gesagt immer wieder kurze Kapitel aus seiner Sicht vorgelegt bekommen. Das hilft nicht nur beim "kennenlernen" des Mörders, sondern auch bei den eigenen Vermutungen, um wen es sich dabei handeln könnte. Wirklich bewundernswert fand ich, dass - obwohl wir einen Teil der Geschichte aus der Sicht des Mörders erzählt bekommen - es bis kurz vor dem Ende offen bleibt, um wen genau es sich dabei handelt. 
Desweiteren gibt es den Ratgeber. Über ihn erfahren wir nicht viel und aus seinen E-Mails wird weder Clara noch der Leser schlau. Genaueres möchte ich zu seinem Charakter nicht sagen, da ich Angst habe, zu viel zu verraten.
Im Internat gibt es wichtige und weniger wichtige Nebencharaktere. Nennen möchte ich an dieser Stelle nur Alex und Olga. Alex ist seit kurzem Claras Freund, der sie bei allem unterstützt und den sie als einzigen einweiht. Dadurch gerät er, wie der Klappentext des Buches schon verrät, selbst in Lebensgefahr. Olga ist eine ältere Schülerin des Gymnasiums, die die gleiche Ballettschule besucht wie das Opfer Sandrine. Clara hängt sich an sie dran und begleitet sie mehrere Male zur Ballettschule, um mehr über die Ballerinen und den Konkurrenzkampf unter ihnen in Erfahrung zu bringen. Sowohl Alex als auch Olga spielen wichtige Rollen, und beide Charaktere gefallen mir in ihrer Darstellung. 
Kommissar Dräger bildet hier das Schlusslicht. Über ihn lässt sich (ohne zu spoilern) nicht viel sagen, außer dass er immer wieder versucht, Clara zu unterstützen und ihr Vertrauen zu gewinnen, was ihn von vornherein sehr sympathisch macht. 

Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, dass mir Schwanentod gut gefallen hat. Es hat mich nicht "vom Hocker gerissen", aber trotzdem war es zu keinem Zeitpunkt langweilig, sodass es sich sehr gut in kurzer Zeit lesen ließ. Es ist ein gelungener Jugendthriller, bei dem es sich - gemeinsam mit seinem Vorgänger denke ich - lohnt gelesen zu werden. 

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Abschließend möchte ich mich herzlichst beim Coppenrath Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken! 

Viele Grüße,
Eure Anna