30. August 2011

Die Enklave

Mädchen15 war tot.
Lang lebe Zwei.

"Die Enklave" von Ann Aguirre

blanvalet

ISBN 978-3-442-26812-2

14,00€

Die Oberfläche der Erde ist durch Säureregen und glühende Hitze unbewohnbar geworden. In den U-Bahn-Tunneln einer zerstörten Großstadt leben die junge Jägerin Zwei und ihr Partner Bleich, die sich Tag für Tag bemühen, genug Nahrung für ihren Stamm zu erlegen. Da wird Zwei an die Oberfläche verbannt. Ein sicheres Todesurteil! Darum kann sie kaum glauben, dass Bleich beschließt, sie zu begleiten. Doch der würde alles tun, um Zwei nicht zu verlieren ...

Tödliche Regeln, Dunkelheit, Gefahren. All dies erschwert den Menschen, die die Apokalypse überlebt haben und den U-Bahn-Tunneln hausen, ihr Leben. Zwei ist eine von ihnen. Sie ist stark, mutig und tapfer - kurz um: Sie ist eine Jägerin. Entschlossen, ihrer Enklave beim Überleben zu helfen, tötet sie zusammen mit ihrem Partner Bleich die schrecklichen Wesen, die sich in den Tunneln herumtreiben. Als sich die Ereignisse kleiner Regelverstöße häufen, wird sie aus der Enklave, ihrem Zuhause, verbannt. Bleich beschließt, mit ihr zu gehen, und so fliehen sie an den einzigen Ort, der ihnen in den Sinn kommt: Oben. 

"Die Enklave" von Ann Aguirre beinhaltet Spannung, Gefühle und die möglichen Folgen einer Apokalypse. Von den verschiedensten Quellen inspiriert schafft die Autorin eine realistisch wirkende Welt. Diesen Effekt bestärkt sie mit ihrem fesselnden Schreibstil. Dieser erinnert sehr an "Die Tribute von Panem" und auch die Geschichte hat mit dem Buch die ein oder andere Gemeinsamkeit. 
Die Geschichte als solches habe ich noch nie zuvor gelesen. Das Thema ist präzise gewählt und alles ist gut durchdacht und bis ins Detail beschrieben. 
Die Figur der Hauptperson Zwei erinnert mich an manchen Stellen sehr an Katniss aus "Die Tribute von Panem", doch ich denke kaum, dass das beabsichtigt war. Die anderen Figuren haben jeder für sich einen sehr eigenen Charakter, den es zu ergründen gilt. 
Empfehlen kann ich dieses Buch vor allem den Fans der Panem-Trilogie.

Fazit: Ein spannende Geschichte, die ihre Figuren lebendig zu machen scheint.

25. August 2011

Schweigt Still Die Nacht

Man kann eine Stadt verstehen,
man kann sie kennen, lieben und
hassen zugleich. Letzten Endes
ist man doch nur ein Teil von ihr.




"Schweigt Still Die Nacht" von Brenna Yovanoff

Script5

ISBN 978-3-8390-0127-1

17,95€

Mackie Doyles Geheimnis und das seiner Stadt sind untrennbar miteinander verbunden. Um sein Leben zu schützen, tut er gut daran, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Doch als ein Kind verschwindet, muss Mackie sich entscheiden: Bricht er das Schweigen oder lässt er das Entsetzliche geschehen?

Mackie Doyle wohnt in Gentry, einer Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Doch sein eigentliches Zuhause, die Welt, aus der er stammt, birgt Tunnel bis tief unter die Erde und bodenlose Tümpel, sie beherbergt wandelnde Tote und eine Herrscherin, so grausam wie die Nacht. Vor vielen Jahren wurde Mackie ausgetauscht - und lebt anstelle eines menschlichen Babys in dessen Familie. Er würde alles dafür tun, ein normales Leben zu führen, unbemerkt von neugierigen Augen, doch die andere Seite der Nacht ruft ihn: Als wieder ein Kind verschwindet, die Schwester seiner großen Liebe Tate, weiß Mackie, dass er sich den dunklen Kreaturen tief unter der Stadt stellen und endlich seinen Platz finden muss - in unserer Welt oder ihrer.

"Schweigt Still Die Nacht" ist eine schaurige, schöne Geschichte über das Hässliche. Ich muss zugeben, es hat ein paar Tage gedauert, mich in dieses Buch einzulesen, doch letzte Nacht habe ich es mir in meinem Bett gemütlich gemacht und weitergelesen (um genau zu sein habe ich die ganze Nacht durchgelesen und bin erst um sieben Uhr morgens eingeschlafen). Es ist unglaublich spannend und gefühlvoll, sodass ich - ehrlich gesagt - bei den letzten Seiten die ein oder andere Träne nicht verdrücken konnte!
Die Geschichte ist originell, keine typische "Gestalten-der-Nacht-Story". Man wird in den ersten Seiten toll in die Handlung eingesponnen, die Charaktere werden direkt zu Anfang gut beschrieben. Nur bei Mackie, der Hauptperson, dauert es eine Weile, bis man raus hat, wie er tickt. Doch unter anderem das macht dieses Buch lesenswert. 
Der Schreibstil der Autorin ist nicht sehr ausgefallen, eher normal, was aber keinesfalls ein Minuspunkt für Brenna Yovanoff ist! 
Bei dem Buchcover war ich mir anfangs unsicher, ob es wirklich passend ist, doch schon bald war ich davon überzeugt, dass es so und nicht anders sein muss. 
Der Text auf dem Buchrücken und der Klappentext beschreiben die Geschichte nicht ganz treffend. Ich für meinen Teil dachte bis zur Hälfte des Buches, bei den Wesen der Nacht handle es sich um Vampire - was es (meiner Meinung nach zum Glück) nicht tut. Wer oder besser, was Mackie Doyle wirklich ist, verrate ich euch aber nicht!
Empfehlen kann ich dieses Buch im Prinzip jedem, doch da es unter anderem von Jugendlichen und der ersten großen Liebe handelt, kann ich nicht genau sagen, welcher Erwachsene sich dafür interessieren kann (Ich rate euch aber - lest es, es lohnt sich).

Fazit: Eine schöne, schaurige Geschichte über das Hässliche, über Liebe, das Leben und wahre Freundschaft.

15. August 2011

Firelight - Brennender Kuss

Er ist ihr Todfeind.
Sie ist sein Opfer.
Nichts brennt heißer
Als ihre Liebe.



"Firelight - Brennender Kuss" von Sophie Jordan

Loewe

ISBN 978-3-7855-7045-6

17,95€

"Du bist nicht wie andere Mädchen. Du bist etwas besonderes." Über mir schwebt die Gefahr, so dicht und drückend wie der schwere Nebel, den ich zurückgelassen habe. Und doch kann ich nicht genug davon - von ihm - bekommen. Würde er die Wahrheit kennen, wäre er nicht hier. Wenn er wüsste, wer ich wirklich bin, was ich bin ...

Jacinda ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, welches hoch oben in den Bergen haust, fühlt sie sich sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. 
Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht sie vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen, um ihr Geheimnis zu hüten. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gutaussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll? 
Um Jacinda vor einem ihr unbekannten Schicksal zu schützen, flieht ihre Familie aus den Bergen und fängt, Jacinda totunglücklich, ein neues Leben in der Wüste an. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein - denn Will ist ein Drachenjäger und dazu auserwählt sie zu töten ...

Voller Spannung fesselt "Firelight - Brennender Kuss" von Sophie Jordan seine Leser und lässt sie beim Lesen die Zeit und alles andere vergessen. Neben Gefahr und Liebe steckt dieses Buch außerdem voller Freundschaft, fantasticher Wesen und toller Orte. Diese Wesen sind die sogenannten Draki, Menschen, die sich in Drachen verwandeln können. Ihr Äußeres ist so bildhaft beschrieben, dass der Leser sich ein gutes Bild von ihnen machen kann. 
Da dieses Buch aus Jacindas Sicht geschrieben ist, werden ihre eigenen Gefühle nur zu deutlich beschrieben, bei denen der anderen hingegen werden bloß Vermutungen angestellt. 
Die Orte, die in dieser Geschichte vorkommen, sind toll beschrieben, teilweise bis ins kleinste Detail - dies lässt darauf schließen, dass die Autorin von allem eine sehr genaue Vorstellung hat.
Insgesamt ist dieses Buch ein großer Erfolg, der sich zu lesen lohnt - da wird es ganz schnell mal zu dem eigenen Lieblingsbuch!
Ich kann dieses Buch eigentlich jedem empfehlen, dennoch sollte gesagt sein, dass es ein Jugendroman ist.

Gesamteindruck: Ein wirklich atemberaubender erster Band einer neuen Reihe.

7. August 2011

Lilienblut




"Lilienblut" von Elisabeth Herrmann

cbt

ISBN 978-3-570-30762-5

8,99€

Der 19-jährige Kilian ist so ganz anders als alle Jungs, die Sabrina und ihre Freundin Amelie je kennengelernt haben. Er lebt auf einem alten Schiff, ist frei und unabhängig, anziehend und unberechenbar, der Einzelgänger und Fluss-Vagabund. Eine verstörende Anziehungskraft geht von ihm aus. Die lebenshungrige Amelie verfällt ihm sofort - und will über Nacht mit ihm abhauen. Doch seine Einsamkeit hat einen Grund: Kilian umgibt ein dunkles, ein tödliches Geheimnis.

Den Tod ihrer besten Freundin zu verkraften, erscheint Sabrina unmöglich. Schlimmer aber ist,m dass von ihr verlangt wird, sich aus den polizeilichen Ermittlungen rauszuhalten. Doch das will Sabrina nicht, schließlich muss sie Kilians Unschuld beweisen. Der ist nämlich der Hauptverdächtige in diesem Fall, und er ist mindestens so geheimnisvoll wie gutaussehend. Was allerdings der Ranger, Lukas, Beate und der Richter mit alldem zu tun haben, ist ihr ein Rätsel. Und zwar eines, dass es zu lösen gilt. Immerhin handelt es sich um ein tödliches Geheimnis. 

Das Buch "Lilienblut" von Elisabeth Herrmann ist hoch spannend und bis ins Detail durchdacht. Jeder Satz hat einen Sinn und ist wichtig für die Kösung des Rätsels, das nicht nur sehr gut in die Geschichte eingefädelt ist, sondern auch ein unerwartetes Ende nimmt. 
Der Schreibstil der Autorin ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, liest sich aber nach den ersten Seiten sehr schön. Die Wortwahl ist vielseitig und ansprechend.
Die Geschichte an sich ist eher selten, gefällt mir aber durchaus, schließlich will man nicht immer das Gleiche lesen. Außerdem muss ich erwähnen, dass die Autorin mit diesem Thriller hervorragende Arbeit geleistet hat.
Ich kann dieses Buch Teenagern und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 empfehlen, es spricht, denke ich, eher die jüngeren Generationen an.

Gesamteindruck: Sehr positiv, ein spannender Thriller mit einer originellen Geschichtsidee.