20. Dezember 2017

Rezension: Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle


"Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle" von Timothée de Fombelle

Gerstenberg

ISBN 978-3-8369-5879-0

18,95€

Umfang: ca. 314 Seiten

Inhalt:
Iliån stammt aus einer Welt, die wir uns nur in unserer kühnsten Fantasie erträumen können, voll von Magie und Feen und Geistern. Doch aus dieser Welt wurde Iliån verbannt, und nun streift er durch die unsere und sucht einen Weg zurück in seine Heimat, in der das Mädchen, das er liebt, auf ihn wartet. In ganz Europa sucht Iliån nach Fundstücken, die aus seiner Welt stammen könnten, als Beweise. Doch sein Leben schreitet immer weiter voran, und andere Gefahren folgen ihm in die hiesige Welt. Wird er zu seiner geliebten Oliå zurückfinden?

Cover:
Man sieht einen Mann mit zwei Koffern, und darum herum viele verschiedene Kreaturen, manche mehr fantastisch als andere. Das Cover passt gut zum Inhalt des Buches, da Iliån (später Joshua Perle genannt) viele Reisen auf sich nimmt, um jeden noch so absurden, fantastischen Beweis für die Existenz seiner Welt zu finden.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Timothée de Fombelle ist verschnörkelt und lässt sich sehr schön lesen, beinahe wie in einem Märchen, in dem ebenfalls von einer weit entfernten Welt erzählt wird.

Geschichte / Inhalt:
Der Inhalt des Buches hat mir gut gefallen. Er wird ein wenig verwirrend dargestellt, denn es wird nicht nur von Iliån erzählt, sondern auch von einem Jungen, der den erwachsenen Iliån (Joshua Perle) in der echten Welt kennenlernt und sich von ihm und seiner Ansammlung an Koffern voller unglaublicher Gegenstände faszinieren lässt. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, welche nicht allzu gut erkenntlich sind auf den ersten Blick. Das macht das Ganze etwas verwirrend.
Dennoch ist es eine schöne Geschichte mit vielen Facetten und Wendungen und einem schönen Ende.
Viel mehr möchte ich dazu hier nicht sagen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch zu lesen.

Fazit:
Dass ich so lange (3 Wochen) für das Buch gebraucht habe, liegt weniger daran, dass es nicht gut wäre (es ist nämlich gut), sondern viel mehr daran, dass ich vor lauter Weihnachtsvorbereitungen gar keine Zeit zum Lesen mehr hatte! Nun habe ich das Buch aber endlich beendet und finde es nach dem Lesen des Endes noch viel schöner als während des Lesens. 

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Weiter geht es für mich mit dem lang ersehnten "Das Lied der Krähen"! :-)

Eure Anna

30. November 2017

Rezension: Infiziert

Selbst wenn es dich verschont, wirst du nie wieder sein wie zuvor!
("Infiziert" von Teri Terry, Coppenrath)





"Infiziert" von Teri Terry

Coppenrath 

ISBN 978-3-649-62599-5

19,95€

Umfang: ~477 Seiten

Inhalt
Callie, Kais jüngere Schwester, ist vor einem Jahr als vermisst gemeldet worden und seitdem wurde sie nicht mehr gesehen. Shay ist die Letzte, die das Mädchen gesehen hat. Gemeinsam mit Callies Bruder Kai begibt Shay sich auf die Suche - und stößt dabei auf etwas mit katastrophalem Ausmaß. Eine mysteriöse Krankheit, genannt die Aberdeen-Grippe, breitet sich in Schottland aus. Jeder, der sich infiziert, stirbt an dieser Krankheit, mit einigen wenigen als Ausnahme. Für Shay und Kai beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es gilt herauszufinden, in wie weit das Verschwinden von Callie mit dem Ausbruch dieser Krankheit in Verbindung steht. Währenddessen rafft die Epidemie das Land dahin ...

Cover
Das Cover zeigt das Gesicht eines Mädchens mit Sommersprossen und blauen Augen, und die weiße Silhouette ihrer Hände, die sie vor ihr Gesicht hält. Darunter steht in einem dominanten rot geschrieben der Titel, Infiziert. Das ganze Cover gefällt mir nicht so gut. Der Weiß-Anteil, welcher aussieht wie die beiden Hände, ist mir zu groß, dadurch wirkt das gesamte Cover meiner Meinung nach etwas eintönig. 

Schreibstil:
Teri Terry hat einen gelungenen Schreibstil, das weiß ich. Infiziert ist nicht das erste ihrer Bücher, das ich lese. Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Schreibstil mich in Infiziert nicht überzeugen konnte. Die Sätze sind oft zu einfach gestrickt, die Aussagen der Charaktere sind zu simpel, zu nichtssagend teilweise. 

Geschichte / Inhalt: 
Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir sehr gut, allerdings gilt das nicht für die Umsetzung. Das Buch hat mich leider ziemlich schnell enttäuscht. Der größte Kritikpunkt von meiner Seite aus ist, dass Shay davon spricht, unsterblich in Kai verliebt zu sein, nachdem sie ihn einen halben Tag kennt. Das ging mir viel zu schnell! Das Gleiche gilt für die gesamte Handlung. Natürlich ist ein Jugendroman auf eine gewisse Seitenzahl reduziert, aber in Verbindung mit dem Schreibstil wirkt alles so "da hin geklatscht". Alles passiert zu schnell, allem voran wie bereits gesagt die Liebesgeschichte zwischen Kai und Shay. 
Die Autorin hat es sich auch insgesamt sehr leicht gemacht. Immer, wenn eine Situation auswegslos erscheint, kann Shay den Moment mit ihrem sehr außergewöhnlichen fotografischen Gedächtnis retten - und zwar jedes Mal aufs Neue. Ihr Gedächtnis ist so gut, dass sie Erinnerungen wieder und wieder durchleben kann und somit auf kleinste Details aufmerksam wird. Ich weiß, dass es so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis bei manchen Menschen gibt, doch übertreibt die Autorin es meiner Meinung nach etwas. 
Dazu kommt, dass die Geschichte abwechselnd aus Shays und aus Callies Sicht geschrieben wird. Schön und gut, diese Methode wird häufig verwendet. Allerdings passieren die Wechsel zu schnell. Alle 1 1/2 bis 5 Seiten wird die Sichtweise wieder von Shay zu Callie, beziehungsweise von Callie zu Shay gewechselt. Ebenfalls ein klarer Punkteabzug! 

Charaktere:
Zu den Charakteren möchte ich an dieser Stelle nicht mehr viel schreiben. Sie leiden sehr unter dem Ablauf der Geschichte und dem doch leider enttäuschenden Schreibstil. Tiefergehende Charakterisierungen kommen in Infiziert nicht vor. 

Fazit:
Insgesamt gab es für mich zu viele Kritikpunkte. Zu viel Aktion auf zu wenig Seiten. Alles wirkt gehetzt, der Text geht nicht in die Tiefe. Die Charaktere sind platt. Dafür ist die Story gut. Mit einer anderen Umsetzung hätte daraus ein tolles Buch werden können.
Ich entschuldige mich an dieser Stelle dafür, dass ich so hart bin. Aber ich bin leider sehr enttäuscht von Infiziert

Cover:🌗 (50/100)
Schreibstil: 🌑 (0/100)
Inhalt: 🌘 (25/100)
Charaktere: 🌘 (25/100)
Gesamtpaket: 🌘 (25/100)

Weiter geht es für mich mit "Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle", und danach geht es ENDLICH zu "Das Lied der Krähen"!!!

Eure Anna


7. November 2017

Rezension: Die Mühle

Nichts funkelt verräterischer,
nichts bringt uns mehr in Gefahr,
als unseren Erinnerungen zu vertrauen.
("Die Mühle" von Elisabeth Herrmann, cbt)





"Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

cbt 

ISBN 978-3-570-16423-5

17,99€

Umfang: 442 Seiten

Inhalt
Jahre nachdem Lana die coole Clique, genannt The Court, das letzte Mal in der Schule gesehen hat, kommt sie durch einen verrückten Zufall an eine Einladung zu einem Kurztripp mit der ehemals so angesagten und beliebten Clique. Deren Mitglieder - Siri, Franziska, Joshua, Stephan, Cattie und Tom - sind wenig begeistert von ihrem Auftauchen in dem Hotel in Karlsbad, akzeptieren ihre Anwesenheit aber. Nach einer Übernachtung im Grandhotel geht es am nächsten Tag auf einen von dem unbekannten Wohltäter (welcher für ihren Aufenthalt zahlt) geplanten Ausflug zu einem Picknick in den Bergen. Aufgrund eines - wie es scheint zufälligen - Zwischenfalls findet sich die Gruppe um Lana alleine und ohne Kontakt zur Außenwelt in einer alten Mühle in den Bergen wieder. Damit beginnt ein Abenteuer, wie Lana es niemals hätte erwarten können. Schnell wird ihr klar, dass hinter den arroganten Masken der anderen etwas Düsteres steckt. Doch viel wichtiger ist: Wer steckt hinter der Einladung? Wer hat sich diese Spielefür die Gruppe ausgedacht? Und wer hinterlässt ihnen all die seltsamen Botschaften? Als der erste aus der Gruppe spurlos verschwindet, bricht die Panik aus.

Cover
Das Cover zeigt eine alte Mühle und Raben, und wirkt dabei sehr düster und geheimnisvoll. 

Schreibstil:
Ich habe bisher noch nichts von Elisabeth Herrmann gelesen, doch das wird sich ab jetzt ändern. Ihr Schreibstill ist einfach nur toll. Sie hat eine sehr fesselnde Art Spannung aufzubauen, sodass ich diesen Thriller kaum aus den Händen legen konnte!

Geschichte / Inhalt:
Lanas Abenteuer, oder besser: ihr Horrortrip, hat mir von Anfang an gefallen. Nicht nur der Protagonistin, sondern auch dem Leser wird schnell klar, dass die Clique ein düsteres Geheimnis hat, welches für die schrecklichen Dinge verantwortlich ist, die passieren. Obwohl es absehbar scheint, dass Die Mühle ein Final-Destination-Szenario sein muss, in dem einer nach dem anderen stirbt, hält sich die Spannung aufrecht und der Autorin gelingt es immer wieder, etwas Unerwartetes geschehen zu lassen. Ich möchte nicht zu viel verraten, deswegen halte ich mich zurück. Ich kann nur so viel sagen: Die Geschichte von Elisabeth Herrmann ist absolut spannend, fesselnd, mitreißend und lässt einen nicht mehr los!

Charaktere
Charaktere haben wir einige. Lana als Protagonistin gerät durch einen Zufall in dieses Abenteuer mit rein, unter anderem auch weil sie ihre Neugier nicht zügeln kann. Als es ernst wird ist sie ziemlich tough und nimmt vieles selbst in die Hand, was mich sehr fasziniert hat. Ich konnte mich an vielen Stellen mit ihr identifizieren und mich in sie hineinversetzen, was das Ganze noch spannender gemacht hat.
Die Clique besteht aus Siri, Franziska, Cattie, Stephan, Tom, Joshua und Johnny. Johnny lernen wir direkt zu Beginn kennen, und er ist es auch, der Lana seine Einladung zu dem Treffen überlässt. Durch Lanas Begegnung mit ihm wird von Anfang an Lanas Faszination für die Gruppe um Johnny klar. 
Siri, Franziska und Cattie sind der weibliche Teil der Clique. Cattie ist die mutigste von ihnen, Franziska ist als einzige nett zu Lana und Siri gehört zu der Sorte Mädchen, die bei Männern den Beschützerinstinkt wecken. Der männliche Teil der Gruppe, der Teil des "Abenteuers" ist, besteht aus Stephan,Tom und Joshua. 
Sie alle haben einen sehr eigenen, aber dennoch stereotypischen Charakter. Das hat mich aber nicht weiter gestört, da man als Leser selten Charaktere geboten bekommt, die nicht auf irgendeine Art und Weise Stereotypen sind. 

Fazit
Alles in allem ist Die Mühle von Elisabeth Herrmann ein rundum gelungener und packender Thriller. Ich habe ihn innerhalb von 3 Tagen verschlungen. Deswegen kann ich den Roman auch nur weiter empfehlen an alle, die gute Thriller mögen und sich damit abfinden können, wenn das ein oder andere ein bisschen zu absehbar ist. 

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

Weiter geht es mit "Infiziert" von Teri Terry, welches ich dazwischen schieben werde, da es ein weiteres von MUKK ausgeliehenes Rezensionsexemplar ist. Vielen Dank an dieser Stelle an MUKK für die tolle Unterstützung!

Bis Bald, 
Eure Anna

2. November 2017

Oktober: Gelesene Bücher

Hallo ihr Liebe! 

Heute präsentiere ich euch noch einmal einen Überblick über meine im Oktober gelesenen Bücher: 

"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" von Kathrin Lange,
"Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout,
"Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf und
"Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj. 

Das Highlight des Monats war definitiv und unangefochten "Morgen lieb ich dich für immer". Das hätte ich nie vermutet, denn reine Liebesgeschichten sind für gewöhnlich nicht so mein Ding, aber dieser Roman von Jennifer L. Armentrout hat mich vom Hocker gerissen! Ich habe geweint, gelacht, geschmunzelt, die Stirn gerunzelt, und, und, und. 
An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Bücherabteilung von MUKK für das Ausleihen der Rezensionsexemplare. Ohne euch hätte ich "Morgen lieb ich dich für immer" niemals gelesen! Also danke! :-) 

Ich hoffe, dass euch der Monat Oktober hier gefallen hat! In Zukunft habe ich vor, auch hier etwas aktiver zu werden. Wer meinen Instagram Account kennt, weiß, dass ich dort sehr aktiv bin und beinahe jeden Tag etwas poste. Wer mich dort also noch nicht kennt - Kommt vorbei! Meinen Account-Namen findet ihr rechts (→).
Ich freue mich auf euch :-)

 
Viele Grüße,
Eure Anna

 

29. Oktober 2017

Rezension: Der Duft von bitteren Orangen

Sei tapfer.
Sei ein Mensch, mein Kind. 
("Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj, blanvalet)





"Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj

blanvalet

ISBN 978-3-7341-0046-8

9,99€

Umfang: 436 Seiten

Inhalt: 
Der Junge Salim und seine Familie müssen aus ihrem Heimatsort Jaffa fliehen, als 1948 der Israelische Unabhängigkeitskrieg ausbricht. Sie müssen ihr Haus und ihre Orangenplantage verlassen, gerade dann, als Salim endlich das erste Mal die Orangen des Baums ernten darf, der zu seiner Geburt eingepflanzt wurde. Während er älter wird und sich räumlich immer weiter von seiner Heimat entfernen muss, bleibt in seinem Herzen immer der Wunsch bestehen, irgendwann die Früchte seines Orangenbaumes zu pflücken. 
Zur gleichen Zeit wächst Judith im Kreise ihrer jüdischen Familie in England auf und kämpft darum, von der düsteren Vergangenheit ihrer Familie loszukommen.
Als Salim und Judith sich Jahre später in London kennenlernen, verlieben sie sich ineinander und beginnen ein gemeinsames Leben, welches schwierige Prüfungen überstehen muss aufgrund ihrer unterschiedlichen und verfeindeten Religionen. Kann ihre Liebe dem standhalten?

Cover:
Das Cover zeigt einen Jungen, der unter einem Orangenbaum steht. Es ist farblich in schlichten Orange- und Gelbtönen gehalten und sticht aus der Masse nicht wirklich hervor.

Schreibstil:
Claire Hajajs Schreibstil ist sehr anspruchsvoll, aber voller Gefühle. Das liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass die Autorin viele ihrer eigenen Erfahrungen in ihren Roman einfließen lässt.

Geschichte / Inhalt:
Die Geschichte hat mir am Anfang gut gefallen. Die Jahre der Kindheit von Salim und Judith sind schön geschrieben, sodass ich gerne weiterlesen wollte. Leider hat sich das nicht durch den Roman hindurch so fortgesetzt, sodass gerade die zweite Hälfte sehr lang und zäh erschien. 

Charaktere:
Die Charaktere sind gut beschrieben und durchdacht. Salims und Judiths Gefühle werden für den Leser deutlich und nachvollziehbar dargestellt. Gerade wenn ihre beiden Leben aufeinandertreffen wird es interessant, da immer wieder sichtbar wird, dass jeder von ihnen seiner eigenen Religion nachgeht und für die des anderen nichts übrig hat. Als sie dann zwei Kinder bekommen, färbt sich dies natürlich auf die Erziehung aus. 
Die vielen anderen Charaktere haben mir mal mehr, mal weniger gut gefallen, aber am meisten mochte ich Marcus, den Sohn von Salim und Judith, der sehr unter der Uneinigkeit seiner Eltern leidet und diesem Leben des hin- und hergerissen Seins entfliehen und Tänzer werden möchte. 

Fazit: 
Ich habe dieses Buch gelesen, da ich (morgen) in meinem Seminar "Die Repräsentation des Islams in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur" an der Universität ein Referat darüber halten muss. Und wie das so ist mit Büchern, die man lesen muss: Es hat mir nicht wirklich zugesagt. Das lässt sich für mich gar nicht so richtig fest machen. Ein Grund wäre, dass ich mit einem Jugendroman gerechnet habe, und Der Duft von bitteren Orangen meiner Meinung nach nur für Erwachsene geeignet ist, allein aufgrund des Schreibstils der Autorin. Außerdem hat mir die Thematik nicht zugesagt.
Trotzdem ist der Roman auf seine Weise gelungen, und ich empfehle ihn gerne weiter an alle, die sich für diese Thematik interessieren. Allerdings ist der Roman - wie bereits gesagt - eher für Erwachsene als für Jugendliche geeignet. 

Cover: 🌘 (25/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌗 (50/100)
Charaktere: 🌗 (50/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Da ich meinen SUB von oben nach unten abarbeite, müssen die neu gekauften Romane "Throne of Glass" und "Das Lied der Krähen" leider noch warten, denn als nächstes steht an: "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann. 

Eure Anna

21. Oktober 2017

Rezension: Neongrüne Angst

"Du hättest zur Brücke kommen sollen heute Nacht, Johanna. 
Dann wäre das alles nicht passiert. All diese unschuldigen Opfer - ein Jammer! 
Aber wir können es ja noch einmal versuchen ... Johanna!"
("Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf, FJB)





"Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf

FJB 

ISBN 978-3-596-19587-9

9,99€

Umfang: 410 Seiten

Inhalt
Johanna Fischer wird bedroht. Ein Unbekannter ruft sie immer wieder an, stellt ihr Aufgaben. Er verlangt, dass sie sich an seine Anweisungen hält und droht damit, dass - sollte sie dies nicht tun - Unschuldigen etwas zustoßen wird. Immer riskanter werden die Aufträge des "Verehrers". Johanna gerät immer tiefer in eine Spirale aus Angst, Misstrauen, Paranoia und Einsamkeit. Nicht einmal ihrem Freund Leon kann sie ihr Vertrauen schenken. Jeder ist verdächtig. Jeder könnte es auf sie abgesehen haben.

Cover:
Das Cover ist durch die neongrüne Farbe sehr auffällig - und auch passend. Die Protagonistin Johanna fühlt sich durchgehend beobachtet, und die wie grüne Neonlampen aussehende Schrift schafft bereits ein Gefühl der Furcht. 

Schreibstil:
Mir persönlich hat der Schreibstil von Klaus-Peter Wolf nicht zugesagt. Der Autor wählt für seinen Thriller einen auktorialen - sprich: einen allwissenden - Erzähler. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus Johannas Sicht, doch erhält der Leser immer wieder Einblicke in die Gedanken und Gefühle anderer Charaktere, teilweise sogar von Nebencharakteren, die keinerlei Rolle für die Handlung spielen. So erfahren wir zum Beispiel, was jemand über seinen Job oder sein Leben denkt, ohne dass das irgendeine Rolle für die Handlung spielen würde. Das hat mir leider nicht gut gefallen.

Geschichte / Inhalt:
Die Geschichte war schon eher nach meinem Geschmack. Leider baute sich aber für mich keine Spannung auf, da andauernd die Perspektive von Johanna zu Leon zu Kommissar Büscher oder zu seiner Kollegin Schiller gewechselt wird. Schade, denn die Idee hinter dem Thriller hat mir gut gefallen, und auch die Auflösung am Ende war nicht von schlechten Eltern - damit hätte ich nie gerechnet.

Charaktere:
Charaktere gibt es hier endlos viele, allein durch die auktoriale Erzählperspektive. 
Johanna ist sehr wechselhaft, was ich aber auf ihre Situation und ihre Angst zurückführe. Trotzdem lassen sich viele ihrer Entscheidungen nicht nachvollziehen. Das Gleiche gilt allerdings auch für ihren Freund Leon, der doch auf der einen Seite hals über Kopf in Johanna verliebt ist, auf der anderen Seite aber viele Male mit anderen Frauen flirtet. Büscher und Schiller waren in Ordnung, ein bischen klischeehaft guter und böser Bulle, aber sie haben etwas Abwechslung reingebracht und dem Leser Hinweise auf eine mögliche Auflösung gegeben. 

Fazit
Insgesamt bestimmt ein guter Thriller, nur leider nicht mein Geschmack, was aber größtenteils an der Erzählperspektive liegt.

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌘 (25/100)
Inhalt:🌗 (50/100)
Charaktere: 🌗 (50/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Als nächstes muss ich leider einen Roman dazwischen schieben, den ich nicht eingeplant hatte. Für ein Seminar an der Uni muss ich "Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj lesen, und ich habe mich dafür entschieden, das Buch einfach hinterher zu rezensieren.
Dafür müssen die interessanteren Bücher leider etwas warten!

Eure Anna

13. Oktober 2017

Rezension: Morgen lieb ich dich für immer

Für immer war nicht Schmerz und Leid.
Für immer war mein Herzschlag und die Hoffnung auf morgen.
Für immer war einfach nur das Versprechen auf mehr.
Für immer war ein Prozess.
Und ich konnte nicht für immer warten.
("Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout, cbt)


 "Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout

cbt Verlag

ISBN 978-3-570-31141-7

12,99€

Umfang: 538 Seiten

Inhalt:
Mallory und Rider kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie sind gemeinsam bei Pflegeeltern aufgewachsen, von denen sie nicht geliebt, geschweige denn gemocht wurden. Alkoholmissbrauch und körperliche Gewalt standen an der Tagesordnung. Nur dank Rider hat Mallory diese Jahre überleben und dieser Welt schließlich entfliehen können. Vier lange Jahre lebt sie nun schon bei ihren liebevollen Pflegeeltern Carl und Rosa. Vier lange Jahre hat sie Rider nicht gesehen oder gesprochen. Doch die Vergangenheit hat Spuren bei Mallory hinterlassen. Sie hat große Schwierigkeiten mit dem Kontakt zu anderen Menschen, vor allem da es sie extreme Überwindung kostet, überhaupt zu reden. Trotzdem wagt sie den Beginn ihres letzten High School Jahres an einer richtigen Schule. Als sie dort Rider - ihrem Rider, ihrem Retter, ihrem Freund, dem einzigen Menschen, dem sie jemals vertraut hat - begegnet, scheint ihre Welt für einen Moment stehen zu bleiben. Sie lernt den neuen, veränderten Rider kennen, und muss bald feststellen, dass nicht alle seine Veränderungen positiver Natur waren. Als Riders Leben immer mehr aus dem Ruder läuft, muss Mallory darum kämpfen, ihre eigene Zukunft und die von Rider zu retten.

Cover:
Das Cover von Morgen lieb ich dich für immer ist schlicht schön. Viel mehr brauche ich an dieser Stelle nicht dazu sagen.

Schreibstil:
Erstaunlicher Weise ist dies das erste Buch, das ich von Jennifer L. Armentrout lese, und es wird nicht das letzte sein. Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön, ergreifend und fesselnd. Nicht nur die Geschichte, sondern auch der Stil, in dem sie geschrieben wurde, hat mich mehr als ein Mal zum Lächeln und ebenfalls zum Weinen gebracht (ja, ich musste tatsächlich hin und wieder eine Träne verdrücken). In den Zeilen dieses Romans liegt unglaublich viel Gefühl, was das Ganze für den Leser echt anfühlen lässt.

Geschichte / Inhalt:
Ich bin normalerweise kein großer Freund von reinen Liebesgeschichten. Normalerweise gehört für mich immer ein anderes Genre dazu, sei es Fantasy, Science Fiction oder etwas anderes. Reine Liebesromane lese ich höchst selten, doch in diesem Fall bin ich froh, dass ich es getan habe. Die Geschichte von Morgen lieb ich dich für immer ist wahnsinnig schön und ergreifend, sodass ich von der ersten Seite an mit Mallory mitfühlen konnte. Dazu hat jede Wendung, jeder Charakter, jedes Ereignis des Romans beigetragen.

Charaktere:
Charaktere gibt es hier einige, und ich habe sie alle lieb gewonnen. Wir haben Mallory und Rider, Mallorys Pflegeeltern Rosa und Carl, ihre beste Freundin Ainsley, die Familie, bei der Rider wohnt (also Hector und sein Bruder Jayden, und natürlich deren liebevolle Großmutter), außerdem Paige (Riders feste Freundin) und Keira, ein Mädchen, mit dem Mallory sich an der Schule anfreundet. Sie alle haben einen Teil an dieser Geschichte und machen sie zu dem, was sie ist. Wie gesagt, ich habe sie alle lieb gewonnen - ja, sogar Paige, auch wenn sie sich den Großteil des Romans über wie eine eifersüchtige Zicke aufführt.
Ausführen möchte ich nur Mallory und Rider. Mallory ist ein toller Charakter. Jennifer L. Armentrout schafft es, dass man als Leser sofort mit ihr mitfühlt. Ihre Gedanken wurden für mich lebendig und ihre Gefühle fühlten sich echt an. Ein ums andere mal musste ich Lachen, wenn Mallory nach Lachen zumute war, und weinen, wenn etwas schlimmes passiert ist. Der Autorin gelingt es, diese wunderschöne Geschichte durch Mallorys Augen zu erzählen, sodass der Leser Teil dieser Geschichte wird.
Ähnliches gilt für Rider. Zwar wird der Roman nicht aus seiner Sicht erzählt, doch erhalten wir Einblick in seine Vergangenheit durch Rückblicke und Erinnerungen von Mallory. Er ist ein sehr komplizierter Charakter, und doch ist er einfach gestrickt, denn für ihn gibt es nichts wichtigeres als Mallory und ihre Sicherheit. Seine Liebe für sie ist so tief und so echt, dass ich eine Gänsehaut bekommen habe, wenn diese Liebe auch in Worten greifbar gemacht wurde.

Fazit:
Hier gibt es, glaube ich, nicht mehr viel zu sagen. Ich habe mich in diesem Roman verlieren können, so wie es mit einem guten Buch sein sollte. Ich wollte aus dieser Geschichte gar nicht mehr auftauchen, und ich finde es sehr schade, dass ich nun auch die letzte Seite gelesen habe und mit dem nächsten Buch weitermachen muss.
Vielen, vielen Dank and MUKK und die dortige Bücherabteilung für dieses grandiose Rezensionsexemplar!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

Eure Anna

2. Oktober 2017

Rezension: Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen

Eine machtvolle Liebe,
geschrieben in Tinte und Blut.
 ("Die Fabelmacht-Chroniken" von Kathrin Lange, Arena)





"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" von Kathrin Lange

Arena

ISBN 978-3-401-60339-1

18,00€

Umfang: 409 Seiten

Inhalt
Als Mila im Gare de l'Est in Paris auf Nicholas trifft, den Jungen, über den sie seit Jahren Geschichten schreibt und der aussieht, als sei er einer dieser Geschichten soeben entschlüpft, steht ihre Welt Kopf. Dass sie sich über die Jahre in den Nicholas aus ihren Notizbüchern verliebt hat, macht das Ganze nicht einfacher. Mila gerät in eine Spirale aus Ereignissen, die immer gefährlicher zu werden drohen, bis es um Leben und Tod geht. Gemeinsam mit Eric, den sie ebenfalls in Paris kennenlernt, und Nicholas kommt Mila einer geheimen Macht auf die Spur, die in ihr schlummert. Als sie erfährt, dass dieselbe Macht auch Nicholas innewohnt, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und gegen eine Geschichte, die bereits geschrieben wurde, deren Ende bereits feststeht.

Cover:
Das Cover von Die Fabelmacht-Chroniken gefällt mir. Die türkisblauen und orangenen Nebelwolken sehen aus wie Tinte, die sich im Wasser verteilt, was gut zur Thematik des Schreibens passt. Ebenso passend sind die Gebäudeumrisse der Sehenswürdigkeiten in Paris, die am unteren Bildrand zu sehen sind. Insgesamt wirkt das Cover geheimnisvoll und verzaubert.

Schreibstil:
Der erste Band der Fabelmacht-Chroniken ist das erste Buch, das ich von Kathrin Lange lese. Die Autorin hat eine geheimnisvolle Art zu schreiben, mit der sie den Leser recht schnell in ihren Bann ziehen kann. Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, erfahren wir als Leser mehr Hintergründe, als die Protagonistin Mila selbst, was es umso interessanter macht mitzuverfolgen, wie Mila den Geheimnissen rund um ihre Gabe - die Fabelmacht - auf die Spur kommt. 

Geschichte / Inhalt:
Wie ihr wisst, möchte ich nicht zu viel verraten, für den Fall, dass einige von euch das Buch noch nicht gelesen haben, dies aber noch tun möchten. 
Ich muss sagen, dass mir die Idee hinter der Geschichte ausgesprochen gut gefallen hat. Ein bisschen hat mich die Fabelmacht, also die Gabe, etwas zu schreiben, was schließlich Wirklichkeit wird, ein wenig an Tintenherz erinnert, aber abgesehen davon ist mir diese Idee neu und somit sehr willkommen. Heutzutage ist es schwierig, etwas zu schreiben, wovon der ein oder andere Leser noch nichts gelesen haben. Meiner Meinung nach ist dies Kathrin Lange aber gelungen. 
Mit Paris als Schauplatz wirkt das Ganze natürlich noch magischer. Nicht nur die verworrene Liebesgeschichte passt hier gut hin, sondern auch die vielen Geheimnisse und die Fabelmacht selbst. 

Charaktere:
Ja, die Charaktere. Da haben wir einige, und ich halte jeden einzelnen für wichtig, trotzdem beschränke ich mich auf "die wichtigsten":
Mila ist die Protagonistin. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Art zu denken, zu reden und Entscheidungen zu treffen hat mir gut gefallen und somit fiel es mir leicht, mich in sie reinzuversetzen. Das Einzige, was ich an ihr kritisieren möchte, sind ihre unglaublich starken Gefühle für Nicholas. Mir ist bewusst, was die Autorin sich dabei gedacht hat, nämlich dass Mila seit Jahren über ihn schreibt und er dadurch für sie so lebendig wird in ihren Geschichten, dass sie sich in ihn verliebt. Trotzdem war das der einzige Punkt, den ich nicht so gut nachvollziehen / verstehen konnte, auch wenn mir der Gedanke dahinter klar ist. Das soll aber nur ein klitzekleiner Kritikpunkt sein.
Nicholas wird dem Leser auf zwei unterschiedliche Weisen präsentiert. Auf der einen Seite ist er anfangs unsympathisch, mürrisch, düster und mysteriös. Diese Seite lernt Mila anfangs kennen. Auf der anderen Seite ist er besorgt, mitfühlend, ängstlich und verletzlich, was an den Stellen deutlich wird, in denen aus seiner Sicht geschrieben wird. Das macht ihn zu einem sehr interessanten Charakter, obwohl er meiner Meinung nach ab und zu eeeeetwas zu mysteriös ist.
Eric ist als Charakter gut gelungen, auch wenn im ersten Band dieser Reihe noch nicht ganz deutlich wird, was für eine Rolle er noch spielen wird. Auch seine Verbindung zu Mila ist noch nicht ganz nachvollziehbar für mich als Leser. Trotzdem hat mir seine direkte Art gut gefallen, und da er ebenfalls in Mila verliebt ist, gestaltet sich ein interessantes "Liebes-Dreieck" (die Anführungszeichen deshalb, weil es kein typisches Liebes-Dreieck ist - aber was ich damit meine müsst ihr selbst herausfinden!).

Fazit:
Ich habe es genossen, Die Fabelmacht-Chroniken zu lesen. Es handelt sich um ein einfaches, nicht zu schwer verdaubares aber trotzdem sehr schönes Buch.Wer Lust auf eine Fantasy-Liebesgeschichte in Paris hat, ist mir Kathrin Langes Roman bestens bedient. 
Ich freue mich auf den nächsten Band!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil:🌖 (75/100)
Inhalt:🌕 (100/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Bücherabteilung von MUKK in Münster bedanken. Freundlicherweise durfte ich mir dieses und weitere Rezensionsexemplare ausleihen, sodass ich mit tollem Lesestoff versorgt bin. Vielen lieben Dank! 

Eure Anna

20. September 2017

Rezension: Einzig

Stell dir vor, dein Leben dauert nur 365 Tage.
Danach lebt jemand anderes dein Leben weiter.
Denn du bist nicht allein.
Du bist nicht einzig.
Du bist nur eine von vielen.
Und dir rennt die Zeit davon.
("Einzig" von Kathryn Evans, Fischer Verlag)





"Einzig" von Kathryn Evans

Fischer

ISBN 978-3-7335-0297-3

12,99€

Umfang: 362 Seiten

Inhalt:
Teva ist die 16-jährige Version ihres Ichs. Sie löst sich von ihrer 15-jährigen Version ab, die in Zukunft - genau wie die neun anderen Versionen von Teva (welche im Alter von 6 bis 14 sind) - den Rest ihrer Zeit in dem alten und abgeschotteten Haus verbringen muss, in dem sie leben. Teva hat nun genau ein Jahr Zeit, bis Siebzehn sich von ihr abspalten und ihr Leben übernehmen wird. In diesem Jahr darf sie das Haus verlassen, zur Schule gehen und unter ihren Mitmenschen leben. Fünfzehn ist unglaublich sauer, sie fühlt sich betrogen, da Teva, also die 16-jährige Teva, ihre beste Freundin Maddy und ihren festen Freund Ollie "übernimmt". 
Teva ist mit der Situation nicht zufrieden und fängt an, unauffällig nach Hilfe zu suchen. All das führt zu großen Schwierigkeiten, sowohl mit ihrer Mutter, die dieses unglaubliche Geheimnis hüten und die Mädchen beschützen will, als auch mit Fünfzehn, Maddy, Ollie und dem gutaussehenden und überhaupt nicht schüchternen Tommo. Doch Teva ist fest davon überzeugt, ihr Leben zu leben, und zwar länger als nur ein Jahr lang.

Cover:
Das Cover des Buches ist wirklich interessant gestaltet, sofern man weiß worum es geht. Wir sehen das Gesicht eines Mädchens, das am Titel des Romans gespiegelt wird. Dadurch entstehen zwei "Versionen" desselben Mädchens, was natürlich ausgesprochen gut zum Inhalt von Einzig passt. Die silbrig glänzende Oberfläche wirkt zusätzlich ansprechend. 

Schreibstil
Der Schreibstil von Kathryn Evans gefällt mir, er ist einfach und schlicht, aber vollkommen passend für diese Geschichte, da dem Leser so auf verständlichem Weg diese komplexe Welt - und vor allem Gefühlswelt - nahe gebracht wird. 

Geschichte / Inhalt:
Bevor ich zu den Charakteren komme, muss ich etwas zum Inhalt des Buches loswerden. Ich gebe zu, dass es der Roman von Kathryn Evans nicht geschafft hat, mich zu begeistern. Ich war Anfangs eine ganze Zeit lang hin und her gerissen, ob ich die Idee hinter der Geschichte für komplex und extrem (im positiven Sinne) halte, oder doch eher für zu abgedreht und "abgespaced",wie ich gerne sage. Leider muss ich sagen, dass auch nach Beenden des Buches meine Meinung eher zu abgedreht neigt. Ich bin mir sicher, dass hinter Einzig eine riesen Menge an Überlegungen steckt, und ich habe eine solche Geschichte bisher noch nie gelesen (was wirklich etwas heißen will, denn heutzutage finden sich in beinahe jedem Jugendroman Ähnlichkeiten zu anderen Romanen), aber dennoch hat mir das Buch nicht so gut gefallen. 

Charaktere:
Charaktere gibt es natürlich viele, alleine schon aufgrund der 6-, 7-, 8-, 9-, 10-, 11-, 12-, 13-, 14-, 15- und 16-jährigen Version von Teva. Was ich hier schön fand, ist, dass sich jede einzelne Version ihrem Alter entsprechend verhält und zu ihrem Alter passende Eigenschaften besitzt. Dadurch sind sie sehr unterschiedlich. So ist die 8-jährige Teva eine begeisterte Detektivin und ein großer Fan der "Fünf Freunde"-Reihe, Vierzehn ist mürrisch, Zwölf und Dreizehn sind beinahe wie Zwillinge und verbringen ihre Zeit in dem großen Haus größtenteils zusammen, Sieben bewundert Vierzehn für ihre Coolness, Elf ist ein Fan von Harry Potter, Sechs ist zurückhaltend und schüchtern und Fünfzehn ist einfach nur wütend über ihr Schicksal. Insgesamt bieten also allein diese 11 Versionen von Teva eine gute Mischung an Charakteren. 
Tevas Mutter war mir von Anfang an unsympathisch, da es ihr bloß darum geht, die Mädchen Zuhause zu halten und sie zu verstecken, was mehrere von ihnen zurecht als Einsperren empfinden. 
Maddy ist eine typische beste Freundin, wie sie in vielen Büchern zu finden ist. Ein bisschen abgedreht und dem Leser vom ersten Augenblick an sympathisch. 
Ollie tat mir beim Lesen leid. Er ist total verliebt in Teva, aber eben in die 15-jährige Teva, die sich charakterlich von der 16-jährigen Teva unterscheidet. Das führt unweigerlich zu kleinen Krisen in ihrer Beziehung, die sich Ollie aber nicht wirklich erklären kann. Auch wenn er hin und wieder etwas dummes sagt oder tut, ist er doch ein guter Charakter in diesem Buch.
Es bleibt bloß noch ein wichtiger Charakter, und das istTommo. Tommo habe ich sofort gemocht, er ist ziemlich überzeugt von sich selbst, aber trotzdem sehr nett und lustig, weshalb auch Teva ihn interessant findet. 

Fazit:
Wie bereits gesagt hat mir Einzig leider nicht gefallen. Das liegt einfach daran, dass ich die Geschichte zu abgedreht finde und auch die Auflösung zu lange auf sich hat warten lassen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass die Charaktere gut ausgearbeitet sind und das Ganze schön geschrieben ist. 
Wem diese Geschichte also nicht zu verrückt ist, dem empfehle ich natürlich, Einzig selbst einmal zu lesen!

Cover:🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌗 (50/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Eure Anna

11. September 2017

Rezension: Diabolic - Vom Zorn geküsst

Eine Diabolic ist stark.
Eine Diabolic kennt kein Mitleid.
Eine Diabolic hat eine einzige Aufgabe: 
Töte, um den einen Menschen zu schützen, 
für den du erschaffen wurdest.
("Diabolic - vom Zorn geküsst" von S. J. Kincaid) 






"Diabolic - Vom Zorn geküsst" von S. J. Kincaid

Arena

ISBN 978-3-401-60259-2

18,99€

Umfang: 488 Seiten

Inhalt:
Nemesis ist eine Diabolic. Eine tödliche Waffe in menschlicher Gestalt, deren einziger Daseinsgrund der Schutz einer einzelnen Person ist. Eine Waffe, geschaffen ohne die Fähigkeit, eigene Gefühle zu entwickeln. Sie kann nur einem Menschen gegenüber Liebe empfinden, und das ist Sidonia Impyrean, für die Nemesis ihr Leben geben würde. Doch als Nemesis an Sidonias Stelle an den Kaiserhof geschickt wird, begegnet sie Tyrus, dem Thronfolger des Imperiums, und alles ändert sich.

Cover:
Das Cover von Diabolic finde ich durchaus ansprechend. Zwar sagt es nicht wirklich viel über das Buch an sich aus, doch die metallisch schillernen Farben lassen das Gesicht der Frau schön und geheimnisvoll wirken - was letztendlich wohl auf Nemesis' Rolle passen könnte. Für mich persönlich hat das Cover ausgereicht, um das Buch in meiner Buchhandlung aus dem Regal zu nehmen, zu kaufen und zu lesen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von S. J. Kincaid schafft Hand in Hand mit dem Inhalt von Diabolic ein wirklich schönes Leseerlebnis. Wir erleben die Welt der fernen Zukunft durch die Augen von Nemesis, eine Diabolic, die auf ihrer Reise etwas Bedeutendes über ihr inneres Selbst herausfindet. Kincaid führt uns durch Nemesis' brutale Kindheit und nach einem Zeitsprung durch ihre Jugend und viele neue Erfahrungen, die sie am Kaiserhof macht. Da Diabolics - abgesehen von ihrer Liebe zu der Person, auf die sie geprägt wurden - relativ gefühlskalt sind, ist es unglaublich interessant, wie sich Nemesis' Sicht auf die Dinge äußert und an gewissen Stellen auch verändert. Der Autorin gelingt es ausgesprochen gut, diese doch sehr speziellen Gedanken der Diabolic darzustellen.

Charaktere:
Besonders interessant an diesem Buch finde ich die Charaktere, allen voran natürlich Nemesis. Wie bereits erwähnt führt S. J. Kincaid uns als Leser so gelungen durch ihre Gedankenwelt, dass ich von Anfang an Nemesis' Gedankengänge nachvollziehen und mitfühlen konnte. Gerade ihre große Wandlung hat mir gut gefallen, da insbesondere ihre innere Zerissenheit deutlich wird.
Tyrus hat mich ebenfalls fasziniert. Allerdings traue ich mich nicht, an dieser Stelle noch mehr zu seiner Person zu schreiben, da es mir fernliegt zu viel zu verraten und diejenigen unter Euch, die Diabolic noch nicht gelesen haben und dies vielleicht noch tun wollen, zu spoilern.
Das gleiche gilt für Donia (Sidonia Impyrean). Das Einzige, worauf ich hier eingehen möchte, ist ihre Warmherzigkeit und Herzensgüte, die sie zu einem Charakter machen, den man als Leser von dem ersten Moment an lieben muss.

Fazit:
Während ich Diabolic gelesen habe, fiel es mir nicht leicht, an die ausstehende Rezension zu denken. Das lag daran, dass das Buch mit seinen 488 Seiten sehr lang ist und es an einigen Stellen - zumindest meiner Meinung nach - etwas zäh zu lesen war. Auf den ersten 100 bis 200 Seiten wird viel Neues eingeführt und erklärt, was natürlich auch notwendig ist, wenn es um eine Geschichte in der fernen Zukunft geht. Dennoch hat es bei mir eine ganze Zeit lang gedauert, bis mich das Lesefieber gepackt hat (was allein daran zu sehen ist, wie lange ich zum Lesen gebraucht habe). Das soll aber keineswegs heißen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Mir hat, wie gesagt, vieles sehr sehr gut gefallen, vor allem die Charaktere und auch der Inhalt, weswegen es für mich unmöglich ist festzumachen, woran es letztendlich gelegen hat, dass Diabolic mich zu Anfang nicht in seinen Bann ziehen konnte.
Nach Beenden des Buches muss ich aber sagen, dass es insgesamt gut gelungen ist und S. J. Kincaid eine wirklich schöne und runde Geschichte gestaltet hat. Ich denke aber, dass es ausgesprochen gut als Einzelband herhalten würde, weswegen ich etwas skeptisch gegenüber dem Rest der ausstehenden Trilogie bleibe.

Cover:🌗 (50/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Eure Anna

1. September 2017

Rezension: Roofer

 "Hoch oben auf den Dächern gehört die Stadt dir!
Hier oben bist du absolut frei.
Hier oben kannst du alles verlieren."
(Klappentext, 'Roofer' von Jutta Wilke)


"Roofer" von Jutta Wilke

Coppenrath

ISBN 978-3-649-61509-5

14,95€

Umfang: 251 Seiten

Inhalt:
Alice will eigentlich nichts anderes, als die freie Zeit außerhalb der Schule mit ihrer besten Freundin Nasti genießen. Aber Nasti hat sich Hals über Kopf in Trasher, einen der bekanntesten Roofer der Stadt verliebt, und verbringt ihre Zeit lieber mit der coolen Clique um ihn herum als mit Alice alleine. Um ihrer Freundin nahe sein zu können, schließt sich Alice ihr an und gerät so in die gefährliche Welt der Roofer. Schnell wird ihr klar, dass Trasher, sein Rivale Adrian und der Rest der Clique aus freien Stücken immer und immer wieder ihr Leben riskieren und ein großes Ding nach dem anderen planen. Anfangs kommt sie nur deswegen mit zu den Treffen, weil Nasti es so möchte. Doch als Alice den faszinierenden Nikolas kennenlernt, findet sie ganz von alleine Interesse an der Clique - bis eine gefährliche Mutprobe alles ins Chaos stürzt, mit Alice und ihrer Freundin Nasti mittendrin.

Cover:
Das Cover von Roofer passt perfekt zum Inhalt des Buches. Zu sehen sind die Hochhäuser der Stadt und über ihnen ein Junge, der einer der Hauptcharaktere ist, gut zu erkennen an seinen für ihn bekannten roten Schuhen.

Schreibstil:
Roofer ist nicht der erste Jugendroman, den ich von Jutta Wilke lese, daher bin ich mit ihrem einfach gehaltenen Schreibstil sehr gut vertraut. Dadurch lässt sich das Buch gut lesen und der Autorin gelingt es dennoch mit einfachen Mitteln Spannung aufzubauen.
Der Roman ist - bis auf wenige Ausnahmen - aus der Sicht von Alice geschrieben, wodurch ihre Gefühle gut zum Ausdruck kommen. Die Ausnahmen sind kurze Kapitel, die Jutta Wilke immer wieder einbaut, um eine Situation aus der Sicht von Nikolas zu beschreiben. Gerade am Anfang ist dies interessant, da Alice und Nikolas sich erst etwa bei der Hälfte des Buches kennenlernen, und der Leser so aus zwei Sichten miterleben kann, wie zwei Schicksale zusammen geführt werden.

Charaktere:
Die Charaktere wirken alle ausgesprochen authentisch. Es gelingt Jutta Wilke sehr gut, den Wunsch nach Freiheit und all die anderen Sehnsüchte der verschiedenen Charaktere darzustellen. Ganz besonders das Hin- und Hergerissen-Sein zwischen der Angst, ausgelöst durch die Vernunft, und dem Reiz des Neuen und der Gefahr.
Das wird natürlich gerade bei Alice sehr deutlich. Ihr Kopf sagt ihr immer wieder wie gefährlich und verrückt das Ganze ist, doch die Faszination ist an vielen Stellen zu groß, und selbst in Augenblicken größter Gefahr, in denen selbst die Faszination aussetzt, kann sie nicht wegsehen. Das lässt Alice als Protagonistin menschlich und authentisch wirken.
Mit Nastis Charakter konnte ich mich persönlich nicht anfreunden, aber vielleicht ist es auch genau das, was die Autorin bezweckt. Ihre Art sich Trasher zu unterwerfen, sich klein zu machen, gefällt mir gar nicht, ist aber durchaus realistisch.
Die unterschiedlichen Charaktere der Roofer gefallen mir alle sehr gut. Als Leser glaubt man zu verstehen, was sie fühlen und denken, und warum sie sich immer wieder aufs Neue in Lebensgefahr begeben. Jutta Wilke schafft es, den sogenannten "Kick" sehr glaubwürdig darzustellen.

Fazit:
Insgesamt finde ich, dass Roofer sehr gelungen ist. Es gibt kleine Kritikpunkte, wie zum Beispiel, dass mir die "Romanze" zwischen Alice und Nikolas zu schnell ging. Kaum hatten sie sich kennengelernt wirkten sie schon wie ein Paar. Außerdem hätte sich die Handlung etwas länger aufbauen können. Deswegen glaube ich, dass das ganze Buch insgesamt einfach etwas zu kurz ist mit seinen 251 Seiten.
Nichtsdestotrotz habe ich Roofer förmlich verschlungen! Es hat kaum einen Tag gedauert, da hatte ich den letzten Satz des Epilogs beendet. Trotz der etwas zu kurz gefassten Handlung hat es an Spannung keineswegs gefehlt, weswegen ich Roofer guten Gewissens weiterempfehle!

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Viele Grüße,
Eure Anna


28. August 2017

Rezension: Schwanentod

„Das kann ich leider nicht akzeptieren. 
Aus diesem Spiel scheidet man nicht einfach so aus. 
Wenn du nicht mitspielen willst, wird deinem Freund etwas passieren. 
Vielleicht fühlst du dich dann motiviert.“
('Schwanentod' von Corina Bomann, Coppenrath Verlag)


"Schwanentod" von Corina Bomann

Coppenrath

ISBN 978-3-649-61683-2

14,95€

Umfang: 367 Seiten

Bei "Schwanentod" handelt es es sich um den zweiten Teil einer Geschichte von Corina Bomann. Aufgefallen ist mir das aber erst beim Lesen des Prologs, und obwohl ich Krähenmann nicht gelesen habe, bin ich mit diesem zweiten Band gut zurecht gekommen. An der einen oder anderen Stelle war es ein wenig verwirrend, da von Ereignissen die Rede war, die vor Schwanentod stattgefunden haben, doch da immer wieder etwas zu diesen Ereignissen erläutert wurde, war dies kein Problem für mich.

Inhalt:
Clara, eine 17-jährige Schülerin des Elitegymnasiums Rotensand auf Rügen (und Bewohnerin des dortigen Internats), erhält erneut E-Mails von dem sogenannten Ratgeber. Zuletzt hatte sie Kontakt zu ihm, als es eine Mordserie an ihrem eigenen Internat gab, und mithilfe seiner Ratschläge konnte sie den Mörder überführen. Allerdings dachte sie, dass sie danach nie wieder eine dieser Trash-Mails erhalten würde. Doch da hatte sie sich gehörig getäuscht! Der Ratgeber setzt Clara unter Druck und droht ihr damit, ihrem Freund Alex etwas anzutun, sollte sie nicht im neuen Mordfall ermitteln. Bei dem Mordopfer handelt es sich um Sandrine, eine Ballerina, die mit abgeschnittenen Füßen und umgeben von weißen Schwanenfedern in einem Schwimmbecken gefunden wird. Widerwillig beugt Clara sich dem Willen des Ratgebers und fängt an zu ermitteln, wobei allerdings nicht nur sie selbst ins Fadenkreuz des Mörders gerät. 

Cover
Ich persönlich finde das Cover des Buches sehr gelungen. Die schwarze Silhouette der Ballerina vor dem dunkelroten Hintergrund wirkt düster und bedrohlich, und liefert gleichzeitig schon Hinweise zum Inhalt. Zusätzlich zu dem Titel Schwanentod ist dem Leser mithilfe des Covers schon vor dem Lesen klar, dass das Ballett Schwanensee eine Rolle spielen muss.

Schreibsti:
Schwanentod ist das erste Buch, das ich von Corina Bomann lese, und ich muss sagen, dass mir ihr Schreibstil zusagt. Sie schafft es immer wieder Spannung aufzubauen und macht die ganze Geschichte gerade dadurch interessant, dass sie zwischendurch einige Kapitel aus der Sicht des Mörders einbaut. Dadurch bekommen wir als Leser Einblick in die Gefühlswelt einer Person, die ich als eiskalt und sogar verrückt einstufen würde, was dem Ganzen wirklich noch eine zusätzliche Portion Spannung beifügt.

Charaktere:
Clara ist eine klasse Protagonistin. Durch die Ich-Perspektive, in der Corina Bomann in den Kapiteln, in denen es um Clara geht, schreibt, werden ihre Gedanken und Gefühle sehr gut dargestellt, sodass Ich als Leser Claras Gedankengänge und Handlungen immer nachvollziehen konnte. Außerdem konnte ich sofort Sympathie und auch Mitleid für sie empfinden, da man beispielsweise direkt zu Beginn vom Tod ihrer Eltern erfährt. 
Meiner Meinung nach ist Clara die einzige Protagonistin. Neben ihr gibt es viele Nebencharaktere. Der wichtigste unter ihnen wäre für mich der Mörder, da wir wie gesagt immer wieder kurze Kapitel aus seiner Sicht vorgelegt bekommen. Das hilft nicht nur beim "kennenlernen" des Mörders, sondern auch bei den eigenen Vermutungen, um wen es sich dabei handeln könnte. Wirklich bewundernswert fand ich, dass - obwohl wir einen Teil der Geschichte aus der Sicht des Mörders erzählt bekommen - es bis kurz vor dem Ende offen bleibt, um wen genau es sich dabei handelt. 
Desweiteren gibt es den Ratgeber. Über ihn erfahren wir nicht viel und aus seinen E-Mails wird weder Clara noch der Leser schlau. Genaueres möchte ich zu seinem Charakter nicht sagen, da ich Angst habe, zu viel zu verraten.
Im Internat gibt es wichtige und weniger wichtige Nebencharaktere. Nennen möchte ich an dieser Stelle nur Alex und Olga. Alex ist seit kurzem Claras Freund, der sie bei allem unterstützt und den sie als einzigen einweiht. Dadurch gerät er, wie der Klappentext des Buches schon verrät, selbst in Lebensgefahr. Olga ist eine ältere Schülerin des Gymnasiums, die die gleiche Ballettschule besucht wie das Opfer Sandrine. Clara hängt sich an sie dran und begleitet sie mehrere Male zur Ballettschule, um mehr über die Ballerinen und den Konkurrenzkampf unter ihnen in Erfahrung zu bringen. Sowohl Alex als auch Olga spielen wichtige Rollen, und beide Charaktere gefallen mir in ihrer Darstellung. 
Kommissar Dräger bildet hier das Schlusslicht. Über ihn lässt sich (ohne zu spoilern) nicht viel sagen, außer dass er immer wieder versucht, Clara zu unterstützen und ihr Vertrauen zu gewinnen, was ihn von vornherein sehr sympathisch macht. 

Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, dass mir Schwanentod gut gefallen hat. Es hat mich nicht "vom Hocker gerissen", aber trotzdem war es zu keinem Zeitpunkt langweilig, sodass es sich sehr gut in kurzer Zeit lesen ließ. Es ist ein gelungener Jugendthriller, bei dem es sich - gemeinsam mit seinem Vorgänger denke ich - lohnt gelesen zu werden. 

Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Abschließend möchte ich mich herzlichst beim Coppenrath Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken! 

Viele Grüße,
Eure Anna