25. April 2018

Rezension: Die Zwerge

Zwerge, Elben, Orks - 
eine Hommage an den Herrn der Ringe




"Die Zwerge" (Teil 1) von Markus Heitz (gelesen von Johannes Steck)
Piper
ISBN 9783492700764

17,00€ (Amazon)
10,00€ / 1 Guthaben (Audible)

Umfang: 640 Seiten / 14 St. 6 Min. 

Inhalt:
Das Geborgene Land, 6234. Sonnenzyklus, Frühling. Tungdil, ein Zwerg, der unter Menschen aufgewachsen und "groß" geworden ist, bricht von Zuhause auf, um einen Auftrag seines Herren und Ziehvaters zu erfüllen. Was er nicht weiß, ist, dass er in das Abenteuer seines Lebens aufbricht - und sein Zuhause nie wieder so vorfinden wird, wie er es zurück gelassen hat. 
Tungdils größter Wunsch ist es, andere Zwerge kennenzulernen und herauszufinden, von welchem der Zwergenstämme er abstammt, wer seine Eltern sind und warum er, seit er ein Baby war, bei dem Magus Lot-Ionan groß geworden ist. Sein Wunsch erfüllt sich schneller als er erwartet hat, als er zwei seiner künftigen Gefährten, die Zwillinge, kennenlernt. Gemeinsam stürzen sie sich - mal freiwillig, mal unfreiwillig - in Gefahren, und als die Zwillinge Tungdil eröffnen, dass er ein Thronanwärter für den Thron des Großkönigs ist, begleitet er die beiden ins Reich der Fünften.
Unterdessen ergreift ein dunkler Magus, Nôd'onn, eine grausame Chance nach Macht und beginnt, gemeinsam mit den Orks und den Albae das Geborgene Land zu unterwerfen. Als die Zwerge von der Gefahr für die Menschen, Elben und Zwerge erfahren, stellen sie zwei kleine Trupps Zwerge zusammen, die unabhängig voneinander versuchen wollen, die sagenumwobene Feuerklinge herzustellen, mit der man den Dämon Nôd'onn bekämpfen und auch besiegen kann. Doch diese Reise ist lebensgefährlich und stellt Tungdil und seine Gefährten vor viele Prüfungen.

Cover:
Auch wenn ich das Hörbuch gehört und nicht das Buch gelesen habe, gehört dazu ein Cover. Dieses ist schlicht, aber passend. Im Umriss einer Axt sehen wir einen Zwerg, der selbst mit Axt und Schild bewaffnet ist und gerade zu kämpfen scheint. Im Hintergrund ist ein Gebirge zu sehen - womöglich das Graue Gebirge? Dafür gibt es auf jeden Fall einen Daumen Hoch von mir.

Schreibstil / Sprecher: 
Der Schreibstil von Markus Heitz hat mir persönlich gut gefallen. Viele kritisieren seine Ausschweifungen, wenn es um Schlachten, Gewalt und Blut geht, doch ich persönlich habe da nichts dagegen und lese Kampfszenen besonders gerne, wenn sie etwas detaillierter sind. Dafür habe ich - ähnlich wie andere - zu kritisieren, dass Heitz an anderen Stellen zu sparsam ist mit dem Schreiben: beispielsweise was die Geschichte und den Aufbau des Geborgenen Landes angeht. 
Der Sprecher, Johannes Steck, konnte mich für sich gewinnen. Er liest das Buch sehr gut, sodass ich als Zuhörer mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte.

Geschichte / Inhalt: 
Ich bin ein RIESENgroßer Herr-der-Ringe-Fan, weshalb ich bei "Die Zwerge" natürlich nicht widerstehen konnte. Die Geschichte hat mir insgesamt sehr gefallen, auch wenn vieles vorhersehbar war und bei manchen Sachen zu sehr, bei anderen widerum zu wenig ins Detail gegangen wurde. Tungdils Abenteuer ist spannend, ereignisreich, abwechslungsreich und bietet somit vieles, was ein Leser / Hörer erwartet. 

Charaktere:
Neben den Zwergen gehören auch Menschen, Elben, Orks, Albae und Magier zu den Charakteren im Geborgenen Land. Die Zwerge, welche natürlich die Haupt-Protagonisten sind, entsprechen genau dem Bild von Zwergen, das ich seit Der Herr der Ringe habe: kampflustig, handwerklich begabt, rau, trotzdem liebenswert, sie lieben die deftigen Speisen und gutes Bier und kämpfen für das Wohl Aller. Andere Eigenschaften kommen Dank Markus Heitz noch hinzu.
Neben Tungdil gibt es viele weitere Charaktere, von denen mir die meisten sehr sympathisch waren. Gerade die Gruppe, die sich im Laufe des Buches um Tungdil bildet, stellt eine interessante Mischung dar.
Das Zusammenleben unter den Völkern ist realistisch dargestellt. Die Menschen haben Vorurteile gegenüber den Zwergen, die Zwerge hassen die Elben von Natur aus und die Elben die Zwerge, und Orks und Albae sind die Feinde aller.
Durch die unterschiedlichen Clans der Zwerge verhindert Markus Heitz, dass es nur ein monotones Zwergenvolk gibt. Jeder Clan hat seine speziellen Charakterzüge und Fertigkeiten, wodurch eine gute Mischung entsteht.

Fazit:
Die Zwerge ist mit Sicherheit nicht gleichzusetzen mit Der Herr der Ringe, doch wer das Fantasy Genre mag und Frodos Abenteuer gerne gelesen / gesehen hat, der ist auch mit Tungdil und seinen Reisegefährten gut bedient. Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌗 (50/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Bereits gelesen, aber noch nicht rezensiert habe ich: Berühre mich. nicht., Verliere mich. nicht. und Das Paket. Also bis bald!

Eure Anna 😇

20. April 2018

"Berühre mich. nicht" & "Verliere mich. nicht"





Hallo meine Lieben!

Das hier wird keine Rezension (noch nicht!!), sondern eine Buchempfehlung an alle Leseratten. Normalerweise empfehle ich Bücher immer erst in der jeweiligen Rezension, doch bei diesen beiden Schätzen möchte ich damit nicht warten - schließlich sollt ihr wissen, was euch erwartet!

Berühre mich. nicht. und Verliere mich. nicht. sind zwei Romane von Laura Kneidl ,und zwar Band 1 und Band 2. Ich habe am vergangenen Sonntag begonnen, den ersten Band zu lesen, und hatte ihn bereits am Dienstag Vormittag VERSCHLUNGEN! Die Geschichte von Sage und Luca hat mich nicht mehr losgelassen, und als dann am Ende des ersten Bandes ein RIESENgroßer Cliffhanger auf mich wartete, zögerte ich nicht lange und bestellte sofort Band 2. Am Mittwoch Morgen (Dank sei Amazon Prime) brachte mein lieber Postbote mir dann Verliere mich. nicht. und dabei hatte er keine Ahnung, was er damit angerichtet hat. Denn anstatt Hausaufgaben für die Uni zu erledigen, Vorlesungen nachzuarbeiten, mein Zimmer aufzuräumen, weiter Wohnungssuche zu betreiben, Bafög zu beantragen oder sonst etwas sinnvolles zu tun, saß ich auf der Couch und las Laura Kneidls Roman. Die einzige Unterbrechung war die Nachhilfe, die ich zwischendurch gegeben habe, und dass mein Freund zwischendurch da war. Und heute - auf die Minute genau 48 Stunden später, habe ich nach Berühre mich. nicht. auch Verliere mich. nicht. beendet. Und das kann ich euch sagen: Das waren 48 Stunden voller Lachen, Weinen, Schmunzeln, Ärger, Wut, Frustration und einer einem Gefühlschaos gleichenden Mischung aus diesem Empfindungen.

Für diejenigen unter euch, für die das noch nicht deutlich genug war: Kauft euch Berühre mich. nicht. und Verliere mich. nicht. und LEST DIESE BÜCHER! Wer das nicht tut, der verpasst etwas Wunderbares. Und wer noch unsicher ist: Keine Sorge, meine Rezensionen folgen bald!

Viele Grüße,
Eure Anna

Rezension: "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen"






"Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" von Martin Schörle

Engelsdorfer Verlag

ISBN 9783960084082

9,50€ (Amazon)

Umfang: 119 Seiten

Das Buch mit dem beiden Theaterstücken von Martin Schörle habe ich vom Autor als Rezensionsexemplar gehalten. Nach "Harry Potter und das verwunschene Kind" handelt es sich dabei um mein erstes (meine ersten) Theaterstück(e). Die Rezension hierzu wird, da sich das bei diesen Stücken anbietet, etwas anders ausfallen. Hierbei werde ich "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" als Theaterstück (1) bennenen und "Einladung zum Klassentreffen" als Theaterstück (2).

Inhalt (1):
Hans Fredenbek ist ein Verwaltungsbeamter in den Endvierzigern, der das private Leben sowie den beruflichen Alltag unter einen Hut zu bekommen versucht. Dabei erleben wir den Beamten in verschiedenen Alltagssituationen und erfahren monologisch von seinen Gedanken und Ansichten. Es wird deutlich, dass es für ihn kaum noch ein Leben außerhalb des Büros gibt, da er sich immer mehr in ein Gewirr aus Arbeitsvorgängen, Statistiken, Verordnungen und Aktenzeichen verstrickt. Doch kann das gut gehen?

Inhalt (2):
20 Jahre nach dem Abschluss soll es ein Klassentreffen geben. Carsten Heyemann hat seine Mitschüler seit dem nicht gesehen, was auch für seine frühere Jugendliebe Marina gilt. Da es an Carsten ist, das Klassentreffen zu organisieren, beginnt er, die Leute zu kontaktieren. So fängt das Theaterstück damit an, dass Carsten Marina während einer Zugreise auf dem Handy anruft. Marina, die in der Vergangenheit den ein oder anderen Schicksalsschlag hinnehmen musste und davon geprägt ist, hat dennoch immer noch Gefühle für Carsten. Doch noch weiß sie von nichts ...

Cover: 
Das Cover selbst spricht mich nicht sonderlich an, doch es passt sehr gut zu dem ersten Theaterstück, "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten".

Schreibstil:
Die beiden Theaterstücke von Martin Schörle waren - wie bereits gesagt - nach "Harry Potter und das verwunschene Kind" die ersten Stücke, die ich gelesen habe. Nach Harry Potter dachte ich, gut auf zwei weitere Theaterstücke eingestimmt zu sein, doch da Schörles Stücke größtenteils monologisch aufgebaut sind, war das nicht der Fall.Ich habe mich sehr schwer damit getan, den unendlichen Monologen zu folgen, wobei hin und wieder Stellen waren, an denen ich schmunzeln oder auch lachen musste.

Fazit:
Martin Schörle hat mir mit seinem Rezensionsexemplar ermöglicht, tiefer in eine Textgattung einzutauchen, welche ich bisher noch nicht intensiv erforscht hatte. Damit wurde mir eine Erfahrung beschert, um die ich froh bin. Schörles Theaterstücke tragen viel Liebe und Humor in sich, die für den Leser definitiv spürbar werden. Trotzdem muss ich sagen, dass ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch / den beiden Stücken hatte. Dabei glaube ich, dass dies vor allem daran liegt, dass die Gattung des Theaterstücks möglicherweise nicht mein Fall ist. Trotzdem kann ich "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" jedem empfehlen, der gerne Theaterstücke liest und nichts gegen eine ordentliche Priese Sarkasmus. Jedem, der bisher noch keine Theaterstücke gelesen hat, empfehle ich erst ein mal etwas anderes in der Richtung zu lesen, da es gerade bei "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" sehr schwer sein kann, den langen Monologen und Gedankengängen von Hans zu folgen.

12. April 2018

Rezension: Harry Potter und das verwunschene Kind






"Harry Potter und das verwunschene Kind" von J.K. Rowling, John Tiffany & Jack Thorne

Carlsen

ISBN 9783551559005

19,99€ (Gebundene Ausgabe, Amazon)

Umfang: 336 Seiten

Inhalt
Albus Severus Potter steht schon sein ganzes Leben lang im Schatten seines Vaters, Harry Potter. Dabei ist er ihm so gar nicht ähnlich - und das scheint das Problem zu sein. Die Leute reden über Albus, nicht nur hinter seinem Rücken. Als er sich dann auch noch mit Scorpius Malfoy anfreundet und vom sprechenden Hut nach Slytherin geschickt wird, wendet sich sogar Rose, die Tochter von Ron Weasley und Hermine Granger, von ihm ab. Doch in Scorpius hat Albus gefunden, was er sich gewünscht hat: einen wahren Freund. Während Albus' Probleme mit seinem Vater immer schlimmer zu werden scheinen, hat Scorpius ganz andere - größere- Sorgen: seinen Eltern wird unterstellt, dass Scorpius nicht Dracos Sohn ist, sondern gezeugt wurde, indem Dracos Frau mithilfe eines Zeitumkehrers in die Vergangenheit gereist ist und mit Lord Voldemort schlief. Das Gerücht, dass er der Sohn Voldemorts sein könne, macht es ihm natürlich nicht leichter in Hogwarts. 
So kämpfen sich Albus und Scorpius durch ihre ersten Jahre in Hogwarts. Als Albus mitbekommt, wie Mr. Diggory und seine Nichte Delphi Harry aufsuchen und ihn bitten, mithilfe des letzten Zeitumkehrers, welcher sich in der Obhut der Zaubereiministerin Hermine Granger befindet, in die Vergangenheit zu reisen und Cedrig Diggory vor dem Tod zu bewahren - denn schließlich hätte dieser gar nicht sterben müssen. Doch Harry behauptet, der Zeitumkehrer sei vernichtet worden, und so beschließt Albus, gemeinsam mit Scorpius und Delphi den Zeitumkehrer zu stehlen, in die Vergangenheit zu reisen und Cedrig zu retten. Dass dieser spezielle Zeitumkehrer nur fünf Minuten in der Vergangenheit ermöglicht, macht ihre Mission nicht gerade leichter. Und auch sonst stößt das Trio auf einige Schwierigkeiten - denn wie bereits Hermine einst in ihrem dritten Jahr in Hogwarts sagte: Zauberern, die mit der Zeit herum spielen, passieren schlimme Dinge.

Cover
Stünde auf dem Cover nicht "Harry Potter", hätte ich mich davon nicht sonderlich angesprochen gefühlt. Doch glücklicherweise haben wir mit diesem Werk erneut die Gelegenheit, in die so sehr geliebte Welt der Zauberer um Harry Potter einzutauchen. 

Schreibstil:
Da es sich bei Harry Potter und das verwunschene Kind um ein Theaterstück handelt, lässt sich zu dem Schreibstil nicht viel sagen. Die Dialoge sind teilweise nicht so gut gelungen und wirken etwas platt, wenn man sie liest. Trotzdem glaube ich, dass sie sich auf einer Bühne gut machen würden. 

Geschichte / Inhalt:
Natürlich wurde Harry Potter und das verwunschene Kind für die Bühne und nicht als Roman geschrieben. Deshalb ist es in Ordnung, dass so manches sich beim Lesen etwas merkwürdig oder unpassend angefühlt hat. Auf die Bühne passt der Inhalt dieses Stücks sehr gut und lässt sich mit Sicherheit gut darstellen.
Gefallen hat mir, dass es keine stumpfe Wiederholung des Harry-Potter-Szenarios ist, welches wir so gut kennen. Die Tatsache, dass Albus sich so sehr von Harry unterscheidet sorgt hier dafür, dass Albus eine andere Seite von Hogwarts kennen lernt, und somit auch wir als Leser. Hogwarts ist für ihn und Scorpius nicht magisch, sondern eine Qual. 
Die Tatsache, dass es viel darum geht, wie jemand durch die Zeit reist, fand ich anfangs noch ganz interessant, doch je öfter der Zeitumkehrer im Spiel war, umso weniger mochte ich es. 
Trotzdem gibt es - auch im Zusammenhang mit Zeitreisen - die eine oder andere gelungene Wendung oder Überraschung. 
Insgesamt ist der Inhalt des Theaterstücks gelungen, auch wenn mir nicht alle Handlungsstränge zugesagt haben und auch die Dialoge - gerade von Rons Seite aus - etwas daneben waren. 

Charaktere
Mich haben ALLE Charaktere überzeugt! Aber ich will nichts verraten - ihr müsst die Vielfältigkeit der Charaktere selber erleben!

Fazit:
Am Anfang habe ich mich (trotz der Begeisterung, endlich wieder einen Harry Potter zu lesen) etwas schwer getan, aber das hat sich spätestens in Teil 2 geändert. Eigentlich hatte ich mit einer Freundin verabredet, den zweiten Teil mit ihr gemeinsam zu lesen, doch ich war so im Lesefluss, dass ich nicht aufhören konnte und schließlich doch alleine gelesen habe (Tut mir leid, Marleen ;D)!
Ich empfehle jedem dieses Theaterstück, der Harry Potter und seine magische Welt so sehr liebt wie ich. Harry, Ron, Hermine und Ginny wieder zu erleben war toll für mich, und Albus, Scorpius und Rose passen da wunderbar dazu.

Cover: 🌗 (50/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Als nächstes stehen zwei weitere Theaterstücke auf dem Plan, diesmal allerdings von Martin Schörle, der mir sein Buch, das "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" enthält, zugesandt hat. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar, lieber Martin!
Zusätzlich habe ich gerade "Die Zwerge" Teil 1 als Hörbuch beendet, wozu ich ebenfalls eine Rezension veröffentlichen werde. Und da mir der erste Teil so gut gefallen hat, bin ich auch bei Teil 2 schon sehr weit!
Parallel zu Martin Schörles Theaterstücken lese ich "Berühre Mich. Nicht", bevor ich zum zweiten Rezensionsexemplar von MUKK, "Fire&Frost", komme.

Das heißt: Es gibt viel zu rezensieren!
Bis Bald ihr Lieben!

Eure Anna

3. April 2018

Rezension: Iskari - Der Sturm naht

Asha lockte den Drachen mit einer Geschichte an.
Es war eine alte Geschichte, älter als die Berge in ihrem Rücken,
und Asha musste sie tief aus ihrem Gedächtnis hervorzerren,
wo sie im Verborgenen schlummerte. Sie wollte es nicht tun.
Solche Geschichten zu erzählen war verboten, gefährlich,
tödlich sogar. 
("Iskari" von Kristen Ciccarelli)


 


"Iskari - Der Sturm naht" von Kristen Ciccarelli
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ISBN 978-3-453-27123-4

16,99€ (Amazon)

Umfang: 416 Seiten

Inhalt
Die Königstochter Asha trägt den Titel Iskari, den Titel der Todbringerin. Sie hat ihn von ihrem Vater erhalten für eine schreckliche, verbotene Tat, begangen in ihrer Kindheit, die viele Menschen das Leben gekostet hat. Als Iskari zieht sie aus, um Drachen zu jagen, zu töten und dem König ihre Köpfe zu bringen. Damit will sie ihre Schandtat wieder gut machen und die Menschen beschützen. Doch die Drachen sind nicht ihre größte Sorge: Der Kommandant des Königs, Jarek, wurde mit ihr verlobt und soll in sieben Tagen ihr Mann werden. Nichts wünscht sich Asha mehr, als das zu verhindern, denn Jarek ist getrieben von Gewalt und Gier nach Macht. Eine Woche vor dem Tag der Hochzeit bietet Ashas Vater ihr einen Ausweg: Er kann die Verlobung lösen, wenn die Iskari den mächtigsten der Drachen tötet. Die Aufgabe erscheint unmöglich und schreit förmlich nach Ashas Tod, als sie unerwartet Unterstützung erhält. Ein Sklave, dem es sogar verboten ist sie anzusehen, bietet ihr seine Hilfe an. Der Name des Sklaven lautet Torwin, und er ist der Sklave von Jarek ...

Cover
Das Cover von Iskari ist wahnsinnig schön gestaltet worden. Das ist natürlich eine Frage des Geschmacks, aber ich halte das Cover für ein gelungenes Buchcover. Die Verbindung von Schwarz, Silber und Gold wirkt geheimnisvoll, aber auch majestätisch, was sehr gut zur Protagonistin Asha passt. Worüber sich streiten ließe ist, dass eine Art Klinge, ein Messer oder Dolch auf dem Cover abgebildet ist, wo doch eine Axt die bevorzugte Waffe der Iskari ist und sie - wenn sie nicht die Axt nimmt - mit sichelförmigen Klingen kämpft. Aber darüber sehe ich hinweg, da mir die Gesamterscheinung des Covers so gut gefällt. 

Schreibstil
Iskari ist das erste Buch, das ich von Kristen Ciccarelli gelesen habe, weswegen ich ganz unvoreingenommen ans Lesen herangehen konnte. Mir hat ihr Schreibstil insgesamt gut gefallen. In manchen Kapiteln wird nicht die Handlung des Romans fortgeführt, denn stattdessen werden einzelne kurze Geschichten erzählt, wie sie im Königreich von Ashas Vater verboten sind. Gerade mit diesen Geschichten harmonierte Ciccarellis Schreibstil sehr sehr gut. 

Geschichte / Inhalt:
Nach den ersten zwei bis drei Kapiteln war ich etwas skeptisch. Ich tat mich schwer damit, mich in die Geschichte, in die Welt von Asha hineinzulesen und somit brauchte ich etwas Zeit, um mich an die Charaktere und alles zu gewöhnen. Aber nach den ersten Kapiteln änderte sich das: Ich fand in die Geschichte rein und war sehr angetan davon. Der orientalische Anteil daran war etwas Neues für mich und hat mir gut gefallen. 
Sehr angetan war ich vom Ende des Romans, das einige Wendungen und Überraschungen mit sich bringt, die man vorher nicht erwartet!

Charaktere
Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen. 
Asha, die Königstochter, die Iskari, die Todbringerin. Sie hat in ihrer Kindheit einen Fehler gemacht und bezahlt für den Rest ihres Lebens damit. Wirklich fasziniert hat mich, wie sie mit ihrem Schicksal umgeht, es akzeptiert. Was sie nicht akzeptiert, ist die Heirat mit Jarek. Es gefällt mir, wie Asha sich ihrem Verlobten immer wieder widersetzt, wie sie ihn in Gedanken verflucht, aber trotzdem Angst und somit einen gewissen Respekt vor ihm hat. Wenn sie Drachen jagt, dann ist sie eine völlig andere, als im Palast, und zwar ist sie dann sie selbst: stark, mutig, ein bisschen waghalsig, tapfer und bereit, alles zu geben, um die Ihren zu schützen. 
Ashas Verlobter, Jarek, ist der klassische Unsympath, und zwar von Anfang an. Er ist aufdringlich, neigt zu Gewalt, giert nach der Macht des Königs und danach, Asha gefügig zu machen und sie in sein Bett zu bekommen. Die Autorin hat ihr Ziel mit diesem Charakter erreicht: Ich habe ihn definitiv NICHT gemocht.
Ashas Bruder, Dax, ist ein Chaot, das wird schnell deutlich. Trotzdem habe ich ihn schnell lieb gewonnen, denn er ist - neben ihrem Vater und ihrer Cousine - der einzige, der sich nett und liebevoll gegenüber Asha verhält. Seine Ziele und Gedanken sind für den Leser nicht sonderlich ersichtlich, lichten sich aber im Laufe des Romans, was dafür gesorgt hat, dass ich Dax nur umso mehr mochte. 
Zuletzt möchte ich kurz auf Torwin, Jareks Sklaven, eingehen. Ich denke, dass er derjenige in diesem Roman ist, der den größten Mut aufbringt. Seinem Herren gegenüber zeigt er keinerlei Loyalität. Stattdessen hält er zur Iskari, hilft ihr, obwohl er damit sein Leben mehr als ein Mal aufs Spiel setzt. Doch das ist ihm egal, und im weiteren Verlauf des Romans erfahren wir auch, weshalb. 

Fazit
Kristen Ciccarellis Iskari - Der Sturm naht ist ein gelungener und spannender Roman. Es hat mir große Freude bereitet, ihn zu lesen, und ich kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. 

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Das zweite Rezensionsexemplar, das mir von MUKK (Münster) ausgeliehen wurde, nämlich "Fire&Frost" von Elly Blake, muss noch etwas warten. Aktuell lese ich "Harry Potter und das verwunschene Kind", außerdem habe ich von Martin Schörle ein Exemplar seiner beiden Theaterstücke "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" zugesandt bekommen, welches ich natürlich auch als nächstes lesen werde. Meine Weihnachtsgeschenke werden also noch etwas warten müssen! 

Eure Anna :-)