25. Oktober 2019

Rezension: The Chain





Auf einen Blick:
Titel: The Chain
Autor: Adrian McKinty
Verlag: Knaur
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-52485-5
Preis: 14,99€
Umfang: 347 Seiten

Bevor ich zu der Rezension komme, möchte ich mich bei dem Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken. Wie immer bleibt meine Meinung, auch wenn es sich  um ein Rezensionsexemplar handelt, ehrlich und unverfälscht. 

Inhalt
Rachel Klein setzt ihre Tochter Kylie wie üblich an der Bushaltestelle ab, von wo aus Kylie mit dem Bus zur Schule fährt. Doch dieser Tag soll nicht so sein wie all die Tage zuvor. Auf dem Weg zu ihrer Ärztin erhält Rachel einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Als sie rangeht, teilt ihr eine Frau mit, dass sie ihre Tochter entführt und in ihrer Gewalt hat. Wenn Rachel Kylie lebendig wiedersehen will, muss sie ihrerseits zwei Aufgaben erfüllen: Sie muss ein hohes Lösegeld zahlen und ein anderes Kind entführen. Die Frau, die sie angerufen hat, ist ebenfalls Mutter und ihr Sohn wurde ebenfalls entführt. Rachel muss tun, was die Frau ihr aufträgt, ansonsten werden der Junge und Kylie sterben. Rachel soll dadurch Teil eines großen Ganzen werden - und zwar von der sogenannten KETTE. Die KETTE ist ein geniales System, das Eltern erst zu Opfern und anschließend selbst zu Tätern macht. Rachel fühlt sich an ihre Grenzen gebracht, doch für ihre Tochter würde sie alles menschenmögliche tun. Sie befolgt die Regeln, sie hält Kylie am Leben. Aber sie ist auch ein gefährlicher Gegner für die KETTE, denn sie ist nicht nur intelligent, sondern auch entschlossen und sie ist es gewohnt zu kämpfen. Kann sie die KETTE durchbrechen? 

Cover
Das Cover von The Chain gefällt mir gut. Die Farben rot und schwarz wirken bedrohlich, die weiße Schaukel ruft ein unbehagliches Gefühl der Einsamkeit hervor. Wenn es um Kinderentführung geht, fallen mir automatisch Spielplätze ein, und ich denke, darauf soll das Cover anspielen. Ein Kind sitzt in einem Moment noch friedlich auf der Schaukel, im nächsten wird es von irgendwelchen skrupellosen Tätern entführt. Schon bei dem Gedanken daran bekomme ich eine Gänsehaut, was von der Covergestaltung noch unterstützt wird. 

Schreibstil:
Insgesamt hat mir der Schreibstil von Autor Adrian McKinty wirklich gut gefallen. An passenden Stellen werden oft sehr kurze Sätze verwendet. Das hat zweierlei Effekte: zum Einen sorgt der Autor immer wieder allein durch die Länge der Sätze für einen Spannungsaufbau. Zum Anderen wirken die wirren, schnell aufeinander folgenden Gedankengänge der Protagonistin noch authentischer. 
An die Erzählperspektive musste ich mich erst etwas gewöhnen. Normalerweise mag ich es nicht, wenn es sich bei einem Erzähler um einen auktorialen Erzähler handelt. Für diejenigen von euch, die nicht wissen was das ist (ja, ich studiere Germanistik und sollte sowas wissen): ein auktorialer Erzähler ist ein sogenannter allwissender Erzähler. Wir lesen The Chain also zwar aus unterschiedlichen Sichten (mal aus Rachels Perspektive, mal aus der von Kylie oder jemand anderem), aber der Erzähler bleibt stets allwissend. Er beschreibt also - selbst wenn wir gerade aus Rachels Sicht lesen - die Gefühle ihres Gegenübers. Wie gesagt, normalerweise mag ich sowas nicht. Aber hier bei The Chain konnte ich mich in den ersten Kapiteln gut daran gewöhnen und dann hat es mich auch nicht mehr gestört. 

Geschichte:
Die Idee hinter The Chain lässt mir, jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Das System von der KETTE klingt so logisch, so durchdacht, dass ich mir vorstellen könnte, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Ich hoffe inständig, dass es niemals dazu kommen wird. Aber für ein Buch ist die Idee grandios, die Geschichte wirkt glaubhaft und authentisch und genau so muss sich ein Thriller für mich anfühlen. Die Protagonisten (Rachel, ihre Tochter Kylie und ihr Ex-Schwager Pete) erfüllen ihren Anteil an dem Ganzen, denn sie sind allesamt wirklich toll konzipiert. Der einzige kleine Abzug, was die Charaktere angeht, ist für mich, dass Kylie für ihr Alter etwas zu reif wirkt. Damit beziehe ich mich auf ihre Gedankengänge, die wie bei Rachel gut dargestellt, allerdings etwas zu erwachsen sind meiner Meinung nach. 
Insgesamt ist die Geschichte von The Chain wirklich unglaublich durchdacht und authentisch und - wie bereits gesagt - auch in der Realität durchaus möglich. Es hat Spaß gemacht, mich in Rachel hinein zu versetzen. Obwohl "Spaß" hierbei wohl nicht das passende Wort ist. Es hat viel mehr für Spannung gesorgt, und das beinahe durchgehend. Schließlich will man als Leser unbedingt wissen, wie es mit Rachel und Kylie weitergeht. 

Fazit:
Dass ich The Chain innerhalb von 2 Tagen beendet habe, zeigt schon alles: So wenig Zeit, wie ich momentan fürs Lesen habe, muss ein Buch schon ausgesprochen gut und spannend sein, um mich so an sich zu fesseln, dass ich es innerhalb von 2 Tagen beende. Die vom Autor wunderbar hervorgerufene Spannung hatte mich im Prinzip von Beginn an in ihrem Bann. In dem Moment, in dem Rachel den Anruf erhält, wusste ich, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte. 
Für alle Thriller-Liebhaber unter euch eine mehr als klare Kaufempfehlung!

Bewertung:
Cover: 🌟🌟🌟🌟
Schreibstil: 🌟🌟🌟🌟
Geschichte: 🌟🌟🌟🌟🌟
Charaktere: 🌟🌟🌟🌟🌟
Gesamtpaket: 🌟🌟🌟🌟🌟

22. Oktober 2019

Rezension: Eisige Wellen (Grischa 2)





Auf einen Blick:
Titel: Eisige Wellen
Autorin: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-52445-9
Preis: 12,99€ (Schuber: 39,00€)
Umfang: 437 Seiten

ACHTUNG! ES HANDELT SICH UM BAND 2 DER REIHE! SPOILER-GEFAHR!

Inhalt:
Alina und Mal sind nach den schrecklichen Ereignissen, die auf der Schattenflur geschehen sind, auf der Flucht. Doch es dauert nicht lange, bis der Dunkle und seine Gefolgsleute die beiden an der Küste Novyi Zems aufspüren und erneut gefangen nehmen. Der Dunkle verfolgt einen grausamen Plan: Er will Alinas Macht mit einem weiteren Kräftemehrer stärken. Alinas einzige Chance, diesen Plan zu verteiteln, ist, sich dem berüchtigten Freibeuter Sturmhond anzuschließen. Wird sie dem Dunklen erneut entkommen und Grischa um sich scharen können, um ihn endgültig zu bekämpfen?

Cover:
Wie bereits in der vorherin Rezension gesagt: ich LIEBE die neuen Cover dieser Ausgabe! Genau wie Goldene Flammen hat Eisige Wellen ein wunderschönes Cover mit tollen Farbdetails auf dunklem Untergrund.

Schreibstil:
Auch im zweiten Band lässt sich die Geschichte von Alina und Mal wunderbar lesen.Gerade für das Fantasy-Genre ist Leigh Bardugos Schreibstil wie geschaffen und es macht großen Spaß, sich in die Ereignisse einzufühlen.

Geschichte:
Insgesamt hat mir die Geschichte von Eisige Wellen gefallen. Wie ihr wisst, gehört das Grisha-Verse zu meinen liebsten Fantasy Welten. Allerdings fing der zweite Band der Reihe nicht so gut an wie der erste. Dass Alina und Mal dem Dunklen entwischt sind und fliehen konnten, war das Highlight am Ende des ersten Bands. Leider dauert es in Eisige Wellen nur 25 Seiten, bis der Dunkle die beiden wieder gefangen nimmt. Natürlich ist der Dunkle sehr mächtig, allerdings wurde dadurch das Ende von Goldene Flammen etwas unnötig, und das fand ich sehr schade. Dass es nur ungefähr 50 weitere Seiten dauert, bis Alina und Mal mithilfe von Sturmhond wieder entkommen können, hat das Ganze nicht besser gemacht. Meiner Meinung nach hätte man die Suche nach dem zweiten Kräftemehrer anders lösen können.
Nichtsdestotrotz hat mit die Geschichte nach der Flucht von Alina und Mal wieder gut gefallen, und vor allem Richtung Ende wurde es wirklich spannend, sodass ich sehr gespannt bin auf Lodernde Schwingen.

Fazit:
Insgesamt habe ich Eisige Wellen genauso wie Goldene Flammen gemocht. Trotzdem gab es für mich in der Geschichte einige Abzüge, da ich die ersten 75 Seiten gerne anders gestaltet hätte. Bei den Charakteren gab es dafür ein Highlight, wir durften nämlich endlich Nikolai kennenlernen (mehr sage ich an dieser Stelle nicht zu Nikolai, um euch nicht zu sehr zu spoilern).
Ihr lest gerne Fantasy Bücher? Ihr mögt Leigh Bardugos Schreibstil und ihre Bücher? Ihr habt Goldene Flammen gelesen oder habt es noch vor? Dann kann ich euch Eisige Wellen nur wärmstens empfehlen!

Bewertung:
Cover: 🌟🌟🌟🌟🌟
Schreibstil: 🌟🌟🌟🌟🌟
Geschichte: 🌟🌟🌟
Charaktere: 🌟🌟🌟🌟🌟
Gesamtpaket: 🌟🌟🌟🌟,5

Ausblick auf Lodernde Schwingen:


An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei dem Knaur Verlag bedanken. Ich freue mich immer noch so sehr, dass ich den neuen Schuber als Rezensionsexemplar erhalten durfte! Natürlich bleibt meine Meinung trotzdem ehrlich und unverfälscht - darauf könnt ihr euch verlassen!

15. Oktober 2019

Rezension: Goldene Flammen (Grischa 1)





Auf einen Blick:
Titel: Goldene Flammen (Grischa 1)
Autorin: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-52444-2
Preis: 12,99€ (Schuber: 39,00€)
Umfang: 350 Seiten

Bevor ich anfange, möchte ich mich gerne bei dem Knaur Verlag dafür bedanken, dass mir der Schuber mit den neuen Ausgaben der Grischa Trilogie als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Obwohl ich den ersten Band vor längerer Zeit bereits rezensiert habe, habe ich diese Gelegenheit genutzt und ihn aufs Neue gelesen. Natürlich gibt es deshalb auch nochmal eine Rezension zu Goldene Flammen. Auch wenn es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, bleibt meine Meinung ehrlich und unverändert.  

Inhalt
Alina Starkov dient dem Zaren von Ravka als Kartografin der Ersten Armee. Gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Malyen Oretsev, der als Fährtenleser der Ersten Armee tätig ist, und ihrer Truppe kommt Alina in Kribirsk an, dem letzten Ort in Ost-Ravka vor der Schattenflur. Die Schattenflur ist ein Streifen beinahe undurchdringlicher Finsternis, der den Osten Ravkas von der Westküste des Landes trennte. In der Schattenflur leben bösartige Kreaturen der Finsternis, die jedem, der versucht die wabernde schwarze Masse zu durchqueren, nach dem Leben trachten. Alinas und Malyens Einheit soll eben dies versuchen: sie sollen die Schattenflur durchqueren. Als es dabei zu einem Angriff der finsteren Kreaturen kommt, schwebt Mal auf einmal in Lebensgefahr. Auf unerklärliche Weise rettet Alina ihrem besten Freund das Leben und offenbart eine Kraft, von der nicht einmal sie selbst gewusst hat, dass sie in ihr schlummert. Zurück in Kribirsk wird Alina mitgeteilt, dass sie eine Grischa ist, und zwar nicht irgendeine Grischa, sondern eine Sonnenkriegerin, die einzige ihrer Art. Sie wird umgehend in das Trainingslager der Grischa, den Kleinen Palast, versetzt, wo sie lernen soll, ihre Kräfte zu nutzen und zu kontrollieren. Ihr Mentor ist dabei kein anderer als der älteste und mächtigste Grischa, genannt "der Dunkle". Doch schon bald muss Alina feststellen, dass der Dunkle in ihr nicht die Hoffnung des Landes sieht, die Schattenflur zu zerstören, sondern dass er seine eigenen Pläne mit ihr und ihrer Macht hat. 

Cover:
Ich liebe die neue Ausgabe der Grischa Trilogie von Knaur! Die alten Cover haben mir nicht gut gefallen, aber der Schuber ist meiner Meinung nach wunderschön gestaltet. Der Hirsch, der auf dem Cover von Goldene Flammen zu sehen ist, hat eine ganz besondere Bedeutung für den ersten Band der Trilogie, auf die ich hier aber natürlich nicht näher eingehe. Die goldenen Akzente wie auch die goldene Schrift verleihen dem Cover etwas sehr edles und dies zieht sich durch die gesamte Trilogie hindurch, was mir gut gefällt. 

Schreibstil:
Leigh Bardugo zählt mittlerweile zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihr Schreibstil ist auch in Goldene Flammen wie immer wahnsinnig schön. Die Geschichte lässt sich wunderbar lesen. Die Sätze sind nicht zu lang und auch nicht zu kurz, Alinas Gedankengänge sind gut dargestellt und ein flüssiges Lesen ist auf alle Fälle möglich!

Geschichte:
Die Geschichte vom ersten Band der Grischa Trilogie gefällt mir sehr gut, auch wenn die Grundidee nichts Neues ist: eine junge Frau entdeckt ihre Macht bzw. Kraft, von der sie vorher nichts wusste, woraufhin sie in eine Art Schule geschickt wird, wo sie lernen soll, diese Kraft zu nutzen. Wem das bekannt vorkommt, der hat vermutlich schon Bücher wie Die Rebellin von Trudi Canavan gelesen. Das ist allerdings nichts, was mich stören würde, vor allem, da ich die Welt der Grischa so neuartig und faszinierend finde. Bereits in Das Lied der Krähen und dem Folgeband von Leigh Bardugo haben es mir die Grischa angetan, und das ändert sich hier natürlich nicht. 
Alinas Geschichte und der Weg, den sie geht, faszinieren mich nach einem zweiten Lesen des Buchs nach wie vor. Mir gefallen die Wendungen, die die Geschichte immer wieder zwischendurch nimmt. Oft handelt es sich um Kleinigkeiten, mit denen man als Leser zuvor nicht gerechnet hat und die immer wieder für einen kleinen Spannungsaufbau sorgen. Generell lässt sich zur Spannung sagen, dass diese sich immer wieder auf- und abbaut, in einem fast stetigen Wechsel. Das sorgte bei mir auch beim zweiten Lesen von Goldene Flammen dafür, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen wollte. 
Auch dieses Mal hat mir eine Sache wieder besonders gut gefallen: Die Geschichte und die wahren Hintergründe des Dunklen, sowie seine Pläne für Alina. Doch leider kann ich dazu nicht mehr sagen, sonst laufe ich Gefahr, euch zu spoilern.

Fazit
Goldene Flammen ist ein toller Auftakt für eine große Fantasy-Reihe. Das Grishaverse gehört zu meinen liebsten Fandoms und ich bin ein Fan von allem, was dazu gehört. Wer sich gerne im Fantasy-Genre rumtreibt und vielleicht schonmal ein Buch von Leigh Bardugo gelesen und dieses gemocht hat, dem kann ich den ersten Band der Grischa Trilogie nur wärmstens empfehlen! 
Ich muss aber auch sagen, dass mit dem Grishaverse zwar etwas Neues geschaffen wurde, sich aber trotzdem Klischees durch die Geschichte und auch die Charaktere hindurchziehen. Dafür ziehe ich in der Gesamtwertung einen halben Stern wieder ab! 

Bewertung:
Cover: 🌟🌟🌟🌟🌟
Schreibstil: 🌟🌟🌟🌟🌟
Geschichte: 🌟🌟🌟🌟🌟
Charaktere: 🌟🌟🌟🌟
Gesamtpaket: 🌟🌟🌟🌟 (4,5 Sterne)

Der Schuber

13. Oktober 2019

Rezension: Die Krone der Dunkelheit - Magieflimmern






Auf einen Blick:
Titel: Die Krone der Dunkelheit - Magieflimmern
Autorin: Laura Kneidl
Verlag: Piper
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-492-70527-1
Preis: 15,00€
Umfang: 595 Seiten
Link zum Buch: https://www.piper.de/buecher/die-krone-der-dunkelheit-isbn-978-3-492-70527-1

ACHTUNG, SPOILER-GEFAHR! ES HANDELT SICH UM BAND 2 DER REIHE!

Inhalt:
Nachdem Prinzessin Freya herausgefunden hat, dass ihr totgeglaubter Bruder noch lebt und dass seine wahre Identität die von Kheeran ist, dem Kronprinzen der Fae, muss sie nach Hause zurückkehren und ihren Platz als zukünftige Königin von Thobria antreten. Am Hofe muss sie allerdings auch den Regeln ihres Vaters, dem König, folgen, der sie seit ihrer Rückkehr kaum mehr aus den Augen lässt und ihr keinerlei Freiheiten gewährt. Freyas sehnlichster Wunsch ist es, den verurteilten unsterblichen Wächter Larkin wiederzusehen und ihre Ausbildung als Alchemistin weiterzuführen. Als dann allerdings Freyas Verlobung verkündet wird, scheinen ihre Hoffnungen sich in Luft aufzulösen - besonders, als Freya erfährt, wer ihr Verlobter in Wirklichkeit ist.
Zur gleichen Zeit muss die Wächter-Novizin Ceylan im Kerker der Fae ihre Zeit totschlagen und auf ihre Hinrichtung warten. Das Verbrechen, das ihr zur Last gelegt wird, wurde allerdings nicht von ihr selbst begangen, sondern von einem Halbfae, der ebenfalls in den Kerkern des Palastes sitzt und auf sein Urteil wartet. Leigh, welcher als einziger Wächter nicht zurück ins Niemandsland gereist ist, damit er für Ceylan da sein kann, versucht aus dem Halbfae ein Geständnis herauszuholen. Doch das scheint von Tag zu Tag immer aussichtsloser, sodass ausgerechnet der Fae-Prinz Kheeran Ceylans einzige Hoffnung ist. Doch Kheeran hat nach seiner geplatzten Krönung mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. 
Larkin durchstreift seit seiner und Freyas Rückkehr das Land und arbeitet unter falschem Namen als Söldner. Die Soldaten des Königs suchen noch immer nach ihm, sodass er nie lange an einem Ort verweilen kann und ständig auf der Flucht ist. Als er von der Verlobung der Prinzessin erfährt, scheint alle Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Freya für ihn verloren.  

Cover:
Ich liebe es! Das Cover von Die Krone der Dunkelheit - Magieflimmern ähnelt dem Cover vom ersten Band natürlich sehr, was aber etwas ist, was mir an Reihen oft gut gefällt. Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Bände wird so deutlich. Außerdem achtet man so mehr auf die Details der Cover. So ist beispielsweise der Schlüssel, der auf diesem Cover zu sehen ist, besonders wichtig für den Inhalt des zweiten Bands - und das in doppelter Hinsicht. Denn sowohl Ceylan als auch Freya wissen im Laufe des Buchs die Wichtigkeit eines bestimmten Schlüssels zu schätzen. 

Schreibstil:
Da Laura Kneidl zu meinen absoluten Lieblingsautoren / -autorinnen zählt, brauche ich an dieser Stelle nicht viel dazu sagen. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer luftig leicht und herrlich schön zu lesen. Gerade für das Fantasy-Genre ist der Schreibstil von Laura Kneidl wie dafür geschaffen! 
Abgesehen vom Schreibstil hat mir auch der Aufbau der Kapitel wieder gut gefallen. Wie in Band 1 sind die Kapitel immer aus unterschiedlichen Sichten geschrieben, sodass wir viele Geschichtsstränge lesen können, die parallel zueinander verlaufen. Außerdem wird so der Spannungsbogen immer recht hoch gehalten, da die Kapitel öfter mit einem Cliffhanger enden und man aber erst ein Kapitel aus der Sicht eines anderen Charakters lesen muss, bevor man erfährt, wie es weiter geht. 

Geschichte:
Die Geschichte von Die Krone der Dunkelheit - Magieflimmern geht etwas seichter / langsamer voran als die vom ersten Band. In der ersten Hälfte des Buchs passiert inhaltlich nicht so viel, was wirklich als spannend bezeichnet werden kann. Das hat mich aber keineswegs gestört, da ich die Charaktere allesamt liebe und schon im ersten Band ins Herz geschlossen habe. Es gab kein Kapitel, bei dem ich mich nicht gefreut habe zu erfahren wie es weiter geht. 
Die inhaltlichen Entwicklungen gefallen mir wirklich gut. Freyas Verlobung war abzusehen, da sie nach ihrer Rückkehr ja wieder ihre Rolle als Kronprinzessin einnehmen muss. Als verkündet wurde, wer ihr Verlobter sein würde, bin ich aus allen Wolken gefallen. Mit dieser Wendung hatte ich nicht gerechnet, ich bin aber sehr froh darüber, da es der Geschichte von Freya eine neue Richtung gegeben hat. Schade fand ich allerdings, dass sie und Larkin sich erst am Ende dieses Buchs wiedersehen - denn eigentlich war das das, worauf man als Leser nach Band 1 am meisten gehofft und auch gewartet hat. 
Von Larkin lesen wir in diesem Buch leider nicht so viel, was ich persönlich etwas schade finde. Im ersten Band hat er zu meinen Lieblingscharakteren gezählt, weshalb ich nun gerne mehr von ihm und seinem Weg erfahren hätte. 
Die Geschichte um Ceylan, Leigh und Kheeran gefällt mir nach wie vor gut, auch wenn man - was Ceylan angeht - in diesem Band etwas früher etwas mehr Spannung hätte einbringen können. Nichtsdestotrotz waren aber auch die Kapitel um Ceylan, Leigh und Kheeran schön zu lesen und vor allem in der ersten Hälfte plätscherte die Geschichte so vor sich hin - was ich aber keineswegs schlimm finde. 

Fazit
Insgesamt ist auch der zweite Band wieder ein absolutes Highlight für mich. Auch wenn die erste Hälfte etwas kürzer hätte sein können, handelt es sich bei Die Krone der Dunkelheit - Magieflimmern um eine wahnsinnig tolle Fantasy-Geschichte um wirklich sympathische, liebenswürdige und tolle Charaktere! Wenn euch der erste Band der Reihe von Laura Kneidl gefallen hat, dann müsst ihr Band zwei unbedingt lesen! 

Bewertung:
Cover: 🌟🌟🌟🌟🌟
Schreibstil: 🌟🌟🌟🌟🌟
Geschichte: 🌟🌟🌟🌟
Charaktere: 🌟🌟🌟🌟🌟
Gesamtpaket: 🌟🌟🌟🌟🌟

Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Auch wenn es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, ist meine Meinung ehrlich und unverfälscht.

3. Oktober 2019

Rezension: Nachtschwärmer





Auf einen Blick:
Autorin: Moira Frank
Titel: Nachtschwärmer
Verlag: cbj
Format: Hardcover
ISBN:978-3-570-16505-8
Preis: 17,00€
Umfang: 395 Seiten

Inhalt:
Nachdem Helena herausgefunden hat, dass sie einen Halbbruder hat, bleiben ihr nur drei Wochen, um mit diesem Kontakt zu halten. Sie wurde von Lukas auf Facebook gefunden und seitdem schreiben und telefonieren sie jeden Tag. Doch nach drei Wochen stirbt Lukas bei einem Verkehrsunfall. Helena ist am Boden zerstört und hat das Gefühl, diese Trauer mit niemandem teilen zu können, denn bereits vor seinem Tod hatte sie niemandem von Lukas erzählt - auch ihrem Freund Ole nicht. Als die Sommerferien beginnen, beschließt Helena, gemeinsam mit Ole zum Zelten in die Uckermark zu fahren, da Lukas dort gewohnt hat. Ihr Ziel ist es, ohne Lukas aufzuklären, während des Urlaubs die Gelegenheit zu nutzen und alleine Lukas' Grab zu besuchen. Dass sie dort auch seine besten Freunde kennenlernen würde sowie das Mädchen, mit dem er mal zusammen war, hatte sie nicht erwartet. Doch diese Begegnungen sorgen dafür, dass sich beinahe alles in ihrem Leben ändert.

Cover:
Das Cover finde ich persönlich wunderschön. Die dunklen Farben, der Sternenhimmel, die Schriftarten, die darauf verwendet wurden und das Mädchen, dass mit dem Rücken zum Betrachter alleine in der Nacht steht und die Sterne beobachtet - einfach nur gelungen! Und hätte ich das Buch nicht bei einem Gewinnspiel der Autorin gewonnen, hätte ich es mir vielleicht aufgrund des Covers gekauft (ja, ich gestehe, dass ich ein Coverkäufer bin!).

Schreibstil:
Leider fangen mit dem Schreibstil schon meine negativen Eindrücke an. Der Schreibstil von Moira Frank hat mir zwar ganz gut gefallen, solange Handlungen geschildert wurden, doch sobald es zur wörtlichen Rede kam, konnte dieser mich nicht überzeugen. Die Autorin verwendet für den Ausdruck der jugendlichen Protagonisten (alle so zwischen 16 und 18) ausschließlich Jugendsprache. In gewissem Maße würde das tatsächlich passen, doch meiner Meinung nach wird es hier etwas übertrieben. Erstens sprechen 17- / 18-Jährige nicht sooo extrem in der Jugendsprache, und zweitens: selbst wenn sie es täten, stört es den Lesefluss. In vielen Roman und Jugendromanen geht es um jugendliche oder junge Erwachsene, doch wird nur sehr selten die Jugendsprache als Ausdrucksform verwendet, und das aus einem guten Grund (der sich hier in Nachtschwärmer leider feststellen lässt): es stört beim Lesen, sorgt für holprige Sätze oder dafür, dass man einen Satz ein zweites Mal lesen muss, da die Satzstruktur auf übertriebene Art und Weise der gesprochenen Sprache entspricht und nicht der geschriebenen.

Geschichte:
Leider hört es mit den negativen Eindrücken nicht bei dem Schreibstil auf. Die Geschichte ist zäh, es passiert beinahe nichts nennenswertes und es entstand für mich kein einziges Mal ein Spannungsbogen. Es geht einfach bloß darum, wie Helena die Freunde von Lukas kennenlernt, sich mit ihnen anfreundet, ihre Trauer verarbeitet, einen Sommer in der Uckermark verbringt und ein etwas aufregenderes Leben kennenlernt - was bedeuten muss, dass ihr bisheriges Leben in Berlin recht eintönig gewesen sein muss, denn in der Uckermark tut sie nicht viel anderes als zu zelten, Kanu zu fahren, mit dem Auto von einem von Lukas' Freunden durch die Gegend zu fahren, das Grab ihres Halbbruders zu besuchen und in einem Maisfeld einen Kornkreis zu errichten. Aufgrund der fehlenden Spannung muss ich also sagen, dass in Nachtschwärmer einfach bloß der Sommer eines Mädchens beschrieben wird.

Charaktere: (Spoiler)
Neben Helena und ihrem Freund Ole lernen wir als Protagonisten die Freunde von Lukas kennen, Viktor und Mike, sowie ein Mädchen, das einmal mit Lukas zusammen war, Clara.
Die Geschichte wird aus Helenas Sicht erzählt, sodass wir einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt kriegen. Diese ist natürlich gerade im Chaos versunken, nachdem ihr Halbbruder gestorben ist. Helenas Trauer ist auf jeden Fall greifbar und wird gut rüber gebracht. Auch ihre Entscheidungen und Handlungen werden von ihrer Trauer beeinflusst, doch leider waren für mich einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehbar. Dafür würde ich gerne ein Beispiel nennen: Helena und Ole zelten auf einem Campingplatz an einem See. Am zweiten Tag kommen - für Helena überraschend - die beiden besten Freunde von Ole zu Besuch, was dieser vorher nicht angekündigt hatte. Er entschuldigt sich mit der Aussage, dass diese ja nur für eine Nacht bleiben würden. Helena geht es am Nachmittag nicht gut, woraufhin sie sich ins Zelt legt, um sich auszuruhen. Die drei Jungs sitzen anfangs vor dem Zelt und grillen, wobei sie (so wie ich es sehe) über Helena lästern, obwohl diese zuhören kann. Dann beschließen die drei Jungs, Kanu zu fahren. Als sie nicht wiederkommen, nutzt Helena die Gelegenheit, um alleine zu Lukas Grab zu gehen. Als sie wiederkommt, haben die Jungs die Schlafsäcke und alles (außer das Zelt) mitgenommen, um irgendwo anders am See Lagerfeuer zu machen und zu schlafen. Und Helena? Die wurde von ihrem Freund Ole vergessen und zurückgelassen und ist noch nicht mal sauer auf ihn. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Viktor und Mike sind ganz lustig und auch sympathisch. Vor allem Viktor besitzt mehr Menschenkenntnis als Helena und sagt ihr, nachdem er Ole das erste Mal kennengelernt hat, dass sie mit ihm Schluss machen sollte. Insgesamt kümmern sie sich sehr umeinander und um Helena, was mit gut gefallen hat.
Ole hat mir überhaupt nicht gefallen, was natürlich von der Autorin beabsichtigt war.
Zu Clara möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, um nicht ZU VIEL zu spoilern.

Fazit:
Nachtschwärmer von Moira Frank konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Die erste Hälfte ließ sich noch ganz gut weglesen, da man dort immernoch damit gerechnet hat, dass irgendwann etwas super spannendes passiert. Ab der Hälfte gibt man dafür aber leider die Hoffnung langsam auf, sodass auch das Lesen etwas zäher wurde. Die Geschichte zieht sich - aus den genannten Gründen - leider sehr in die Länge und wem der Schreibstil nicht zusagt, der kann dann mit Nachtschwärmer - so wie ich - leider überhaupt nichts anfangen. 
Wen es nicht stört, dass die Geschichte etwas seichter ist und dass die wörtliche Rede beinahe ausschließlich in Jugendsprache verfasst ist, dem könnte das Buch aber gefallen und dem würde ich auch empfehlen, es damit zu versuchen, denn jeder soll sich ja seine eigene Meinung über ein Buch bilden können.
Gut war, dass ich erst im Nachhinein erfahren habe, dass das Buch so umstritten ist, sodass meine Meinung dadurch nicht beeinflusst werden konnte.

Bewertung:
Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌘 (25/100)
Geschichte: 🌘 (25/100)
Charaktere: 🌗 (50/100)
Gesamtpaket: 🌘 - 🌗(25-50/100)