29. August 2019

Rezension: Die Astronautin

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Auf einen Blick:
Titel: Die Astronautin
Autor: S.K. Vaughn
Verlag: GOLDMANN
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-442-20572-1
Preis: 16,00€
Umfang: 542 Seiten

Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe für dieses Rezensionsexemplar. Meine im Folgenden dargestellte Meinung zu diesem Buch ist dadurch unbeeinflusst. 

Inhalt
Maryam Knox wacht auf der Krankenstation der Hawking II aus der Bewusstlosigkeit auf. Außer ihr scheint niemand an Bord des Raumschiffs zu sein, welches in einem katastrophalen Zustand ist. Doch May hat keinerlei Erinnerungen an einen Unfall, an die Zeit vor dem Start oder an die Umstände ihrer Bewusstlosigkeit. Einzig ihr Überlebenswille ermöglicht es ihr, Kontakt zur NASA herzustellen. Doch schon bald muss May feststellen, dass die NASA womöglich keine Hilfe darstellt. Das Einzige, was ihr Hoffnung gibt, ist die Funkverbindung zu Stephen. Aber Stephen ist ihr Ex-Mann, dessen Herz sie gebrochen hat ohne sich daran zu erinnern. Seine Stimme ist alles, was ihr noch Hoffnung gibt, die Schwärze und Weite des Alls zu überleben. 

Cover
Dass ich dieses Rezensionsexemplar im Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe angefragt habe, war definitiv eine Cover-Entscheidung. Ich bin auf das Cover aufmerksam geworden und als dann auch noch der Klappentext spannend klang, konnte ich nicht widerstehen. Ich finde das Cover farblich toll und natürlich passt es gut zum Inhalt des Buchs - immerhin stellt es May Knox in einem Außenbordanzug im Weltall dar, was ein Bild ist, das man beim Lesen von Die Astronautin häufig vor Augen hat. 

Schreibstil:
Ich habe bisher noch nichts von S. K. Vaughn gelesen (das ist übrigens ein Pseudonym). Der Schreibstil von dem Autor ist gut gelungen, auch wenn er ab und an ein wenig zu weit ausschweift, sodass ich an einigen Passagen länger gelesen habe, als es mir lieb war. Trotzdem hat Vaughn einen schönen Schreibstil, der sich meist gut lesen lässt. 

Geschichte
Ich habe seit Langem keinen Science-Fiction Roman mehr gelesen, weswegen ich sehr neugierig auf die Geschichte von Die Astronautin war. Wir lernen May Knox kennen, Commander eines Raumschiffs, das offensichtlich einen schrecklichen Unfall erlitten hat. Denn May erwacht alleine auf dem Raumschiff, ihre Crew ist unauffindbar und das Schiff trägt große Schäden. Lange Zeit ist der einzige Kontakt, den May hat, die KI des Raumschiffs, bis die Funkverbindung zur NASA und zu Stephen, ihrem Ex-Mann, hergestellt ist. Dadurch ist das erste Drittel des Buchs nicht durch viele Dialoge geprägt. Allerdings werden wir als Leser immer wieder in Erinnerungen entführt, die May bruchstückhaft zurückerlangt. So erfahren wir nach und nach mehr über unsere Protagonistin, ihre Beziehung zu Stephen, ihre berufliche Karriere und ihre Charakterzüge. Das war ein wirklich interessanter Weg, die Protagonistin kennenzulernen, und da eine solche Amnesie nicht einfach verschwindet, erfahren wir sogar in den letzten Kapiteln durch Mays zurückkehrende Erinnerungen Informationen über sie, die wir vorher nicht kannten.Das Konzept der Astronautin mit Amnesie hat mir also sehr gut gefallen! 
Auch gut gefallen hat mir der Rahmen der Geschichte. Eine Mission der NASA zu einem neuen Planeten, mit May als Commander des Raumschiffs. Schon mit der Tatsache, dass sich niemand außer May an Bord des Raumschiffs zu befinden scheint, tauchen Wendungen in der Geschichte auf, mit denen man als Leser nicht rechnet, was ich persönlich immer gut finde. 

Charaktere
Wichtige Charaktere sind neben Maryam Knox ihr Ex-Mann Stephen Knox, ihre alte Flamme Ian Wright, ein Freund von ihr und Stephen - Raj, der Leiter der Mission - Robert Warren, und die KI des Raumschiffs, die von May Eve genannt wird. 
Raj ist derjenige, der die Hawking II entworfen hat. Wir erfahren nicht viel von ihm, außer, dass er ein Freund von Stephen und somit auch von May ist. Er steht zu den beiden und als es brenzlig wird, setzt er sein Leben aufs Spiel, um ihnen zu helfen. 
Robert Warren ist skrupellos, so viel steht relativ zu Beginn des Buchs fest. Er leitet die Mission der NASA, scheint aber Geheimnisse zu haben, die es aufzudecken gilt.
Stephen ist Mays Ex-Mann, oder Noch-Ehemann, da die Scheidung zwar eingereicht, allerdings noch nicht vollzogen wurde. Er ist ein schüchterner Wissenschaftler, der mir als Leser oft leidtat, wenn ich von Mays Erinnerungen gelesen habe (den Grund dafür verrate ich hier natürlich nicht!). Was mir sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass er - trotz seines gebrochenen Herzens - alles menschenmögliche (und mehr) in Bewegung setzt, um May das Leben zu retten. 
Ian Wright kommt lange Zeit nur namenhaft vor. Erst als May und Stephen das Geheimnis der NASA aufgedeckt haben, spielt er eine wichtigere Rolle. Klar wird aber schnell, dass er ein absoluter Unsympath ist. 
Meine liebste "Beziehung" in diesem Buch war die zwischen May und der KI des Raumschiffs, welche sie nach ihrer Mutter Eve benennt. Eve ist anfangs eine typische KI, nicht in der Lage Witze oder Sarkasmus zu verstehen und rein pragmatisch ausgelegt. Doch May mit ihrem gelungenen Sinn für Humor schafft es, der KI eine Persönlichkeit einzupflanzen, sodass es wirklich Spaß macht, den Dialogen der beiden zu folgen. 

Fazit:
Die ersten zwei Drittel des Buchs habe ich leider nur schleppend hinter mich gebracht. Ich habe sogar, als dieses mit der Post bei mir ankam, Erebos 2 dazwischengeschoben. Zwar gab es immer wieder spannende Stellen, allerdings auch viel langatmiges Geschehen zwischendurch. Erst im letzten Drittel war die Spannung durchgehend spürbar, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es kommen Wendungen in der Geschichte auf, mit denen ich niemals gerechnet hätte, und das Ende des Buchs ist so spannend, dass ich die letzten 100 Seiten verschlungen habe! 

Bewertung
Cover: 🌕 (100/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Geschichte: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖-🌕 (75-100/100)