25. Oktober 2019

Rezension: The Chain





Auf einen Blick:
Titel: The Chain
Autor: Adrian McKinty
Verlag: Knaur
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-52485-5
Preis: 14,99€
Umfang: 347 Seiten

Bevor ich zu der Rezension komme, möchte ich mich bei dem Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken. Wie immer bleibt meine Meinung, auch wenn es sich  um ein Rezensionsexemplar handelt, ehrlich und unverfälscht. 

Inhalt
Rachel Klein setzt ihre Tochter Kylie wie üblich an der Bushaltestelle ab, von wo aus Kylie mit dem Bus zur Schule fährt. Doch dieser Tag soll nicht so sein wie all die Tage zuvor. Auf dem Weg zu ihrer Ärztin erhält Rachel einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Als sie rangeht, teilt ihr eine Frau mit, dass sie ihre Tochter entführt und in ihrer Gewalt hat. Wenn Rachel Kylie lebendig wiedersehen will, muss sie ihrerseits zwei Aufgaben erfüllen: Sie muss ein hohes Lösegeld zahlen und ein anderes Kind entführen. Die Frau, die sie angerufen hat, ist ebenfalls Mutter und ihr Sohn wurde ebenfalls entführt. Rachel muss tun, was die Frau ihr aufträgt, ansonsten werden der Junge und Kylie sterben. Rachel soll dadurch Teil eines großen Ganzen werden - und zwar von der sogenannten KETTE. Die KETTE ist ein geniales System, das Eltern erst zu Opfern und anschließend selbst zu Tätern macht. Rachel fühlt sich an ihre Grenzen gebracht, doch für ihre Tochter würde sie alles menschenmögliche tun. Sie befolgt die Regeln, sie hält Kylie am Leben. Aber sie ist auch ein gefährlicher Gegner für die KETTE, denn sie ist nicht nur intelligent, sondern auch entschlossen und sie ist es gewohnt zu kämpfen. Kann sie die KETTE durchbrechen? 

Cover
Das Cover von The Chain gefällt mir gut. Die Farben rot und schwarz wirken bedrohlich, die weiße Schaukel ruft ein unbehagliches Gefühl der Einsamkeit hervor. Wenn es um Kinderentführung geht, fallen mir automatisch Spielplätze ein, und ich denke, darauf soll das Cover anspielen. Ein Kind sitzt in einem Moment noch friedlich auf der Schaukel, im nächsten wird es von irgendwelchen skrupellosen Tätern entführt. Schon bei dem Gedanken daran bekomme ich eine Gänsehaut, was von der Covergestaltung noch unterstützt wird. 

Schreibstil:
Insgesamt hat mir der Schreibstil von Autor Adrian McKinty wirklich gut gefallen. An passenden Stellen werden oft sehr kurze Sätze verwendet. Das hat zweierlei Effekte: zum Einen sorgt der Autor immer wieder allein durch die Länge der Sätze für einen Spannungsaufbau. Zum Anderen wirken die wirren, schnell aufeinander folgenden Gedankengänge der Protagonistin noch authentischer. 
An die Erzählperspektive musste ich mich erst etwas gewöhnen. Normalerweise mag ich es nicht, wenn es sich bei einem Erzähler um einen auktorialen Erzähler handelt. Für diejenigen von euch, die nicht wissen was das ist (ja, ich studiere Germanistik und sollte sowas wissen): ein auktorialer Erzähler ist ein sogenannter allwissender Erzähler. Wir lesen The Chain also zwar aus unterschiedlichen Sichten (mal aus Rachels Perspektive, mal aus der von Kylie oder jemand anderem), aber der Erzähler bleibt stets allwissend. Er beschreibt also - selbst wenn wir gerade aus Rachels Sicht lesen - die Gefühle ihres Gegenübers. Wie gesagt, normalerweise mag ich sowas nicht. Aber hier bei The Chain konnte ich mich in den ersten Kapiteln gut daran gewöhnen und dann hat es mich auch nicht mehr gestört. 

Geschichte:
Die Idee hinter The Chain lässt mir, jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Das System von der KETTE klingt so logisch, so durchdacht, dass ich mir vorstellen könnte, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Ich hoffe inständig, dass es niemals dazu kommen wird. Aber für ein Buch ist die Idee grandios, die Geschichte wirkt glaubhaft und authentisch und genau so muss sich ein Thriller für mich anfühlen. Die Protagonisten (Rachel, ihre Tochter Kylie und ihr Ex-Schwager Pete) erfüllen ihren Anteil an dem Ganzen, denn sie sind allesamt wirklich toll konzipiert. Der einzige kleine Abzug, was die Charaktere angeht, ist für mich, dass Kylie für ihr Alter etwas zu reif wirkt. Damit beziehe ich mich auf ihre Gedankengänge, die wie bei Rachel gut dargestellt, allerdings etwas zu erwachsen sind meiner Meinung nach. 
Insgesamt ist die Geschichte von The Chain wirklich unglaublich durchdacht und authentisch und - wie bereits gesagt - auch in der Realität durchaus möglich. Es hat Spaß gemacht, mich in Rachel hinein zu versetzen. Obwohl "Spaß" hierbei wohl nicht das passende Wort ist. Es hat viel mehr für Spannung gesorgt, und das beinahe durchgehend. Schließlich will man als Leser unbedingt wissen, wie es mit Rachel und Kylie weitergeht. 

Fazit:
Dass ich The Chain innerhalb von 2 Tagen beendet habe, zeigt schon alles: So wenig Zeit, wie ich momentan fürs Lesen habe, muss ein Buch schon ausgesprochen gut und spannend sein, um mich so an sich zu fesseln, dass ich es innerhalb von 2 Tagen beende. Die vom Autor wunderbar hervorgerufene Spannung hatte mich im Prinzip von Beginn an in ihrem Bann. In dem Moment, in dem Rachel den Anruf erhält, wusste ich, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte. 
Für alle Thriller-Liebhaber unter euch eine mehr als klare Kaufempfehlung!

Bewertung:
Cover: 🌟🌟🌟🌟
Schreibstil: 🌟🌟🌟🌟
Geschichte: 🌟🌟🌟🌟🌟
Charaktere: 🌟🌟🌟🌟🌟
Gesamtpaket: 🌟🌟🌟🌟🌟